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Fast alle Eltern kennen die Situation, wenn die Kinder nicht einschlafen wollen, und der ohnehin kurze gemeinsame Abend nach einem anstrengenden Tag wieder einmal gestört wird. Bei Zwillingskindern ist dieses Problem nur doppelt so lästig. Es gibt schon einige plausible Motive, wenn kleine Kinder nach dem Niederlegen lauthals protestieren: Sie könnten durstig sein, unter Hitze oder Kälte leiden, sie haben Schmerzen (Blähungen, Zahnen) oder vielleicht ist Ihnen auch die Umgebung fremd. Sie werden bald merken, ob eines Ihrer Kinder - oder beide - aus den genannten Gründen schreit und können dagegen etwas unternehmen.
![]() Wie ist es aber, wenn die beiden Herzchen die Eltern einfach terrorisieren, weil sie nicht allein in ihrem Bettchen liegen wollen oder ein bisschen Unterhaltung um 22 Uhr beanspruchen. Hier stellt sich oft die Frage, wer länger durchhält. Neben einem ausreichenden Maß an Geduld könnten aber auch noch andere Dinge helfen, die abendliche Situation zu entspannen:
Durchschlafen Es gibt natürlich Zwillinge, die bereits nach wenigen Monaten problemlos durchschlafen - für viele Eltern bleibt dies allerdings nur ein Wunschtraum. Wenn Sie annähernd konsequent bleiben, ist es aber auch hier nur eine Frage der Zeit, wann Sie wieder ungestörte Nächte verbringen können. Nicht immer gibt es eine eindeutige Erklärung, warum manche Babys scheinbar ohne Grund immer wieder aufwachen. Die Schlafgewohnheiten der einzelnen Babys können variieren; außerdem verschiebt sich das Verhältnis zwischen Tag-und Nachtschlaf allmählich in den ersten 1 ½ Lebensjahren: Der Nachtschlaf wird länger und der Tagschlaf kürzer. Wenn eines Ihrer Babys nachts nicht gut durchschläft, versuchen Sie, den Schlaf untertags zu verkürzen, indem Sie das Kind durch Beschäftigung oder einen Spaziergang wachhalten. Wenn die Zwillinge noch sehr klein sind, können Sie den Schlafrhythmus gewissermaßen beeinflussen, indem Sie die Babys zu einer bestimmten Zeit am Abend zum Füttern wecken. Da aber auch Babys mit der Zeit lernen, dass sie in der Nacht mehrere Stunden schlafen sollen, stellen sie sich oft von einem Tag auf den anderen um, und die späte Mahlzeit am Abend oder in der Nacht entfällt. Bei uns war das so: als ich Margit und Astrid im Alter von etwa zehn Wochen einmal ihr “Mitternachtsfläschchen“ geben wollte, schliefen beide so fest, dass wir beschlossen, auch schlafen zu gehen und lieber eine Fütterung in ein bis zwei Stunden in Kauf zu nehmen, und siehe da, beide schliefen selig bis 5 Uhr morgens. In den nächsten Wochen spielte sich ein Rhythmus ein, wobei sich die letzte Mahlzeit langsam von 23 Uhr auf 19 Uhr abends verschob, und die Kinder allmählich bis zu zwölf Stunden durchschliefen. Wenn Babys, die ein paar Monate alt sind, aufwachen und hungrig sind, zeigt das oft an, dass eine Ernährungsumstellung angebracht wäre ( z.B. stärkehältige Folgemilch oder Grießbrei). Ein Tipp: auch wenn Sie jeden Muckser Ihrer Kinder wahrnehmen, der Sie sogar aus dem Tiefschlaf reißen kann, springen Sie nicht gleich auf und begeben sich in Fütterungsposition, sondern warten Sie etwas ab – manchmal genügt der Schnuller oder ein paar beruhigende Worte, und die Kinder schlafen von selbst wieder ein. Wenn Sie absolut sicher sind, dass Ihrem Baby nichts fehlt, lassen Sie das Kind ruhig auch einmal eine Zeit quengeln. Dazu gehört aber ein gewisses Maß an Konsequenz. Schlafen im Ehebett Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen. Ich gehöre zu den Müttern, die sich vornahmen, das Ehebett nicht zum Familienbett zu machen, weil man die Kinder dann lange nicht an das eigene Bett gewöhnt und die ungestörte Nachtruhe dadurch sehr beeinträchtigt werden kann. Bei Säuglingen ist das jedoch etwas anderes. Obwohl ich die Kinder nach dem Abendfläschchen in ihre Stubenwagen, die wir im Schlafzimmer stehen hatten, legte, waren wir am morgen nicht selten zu viert im Bett. Um mir selbst das ewige Gequengel zu ersparen, wenn die Kleinen nicht einschlafen wollten, nahm ich sie lieber beide zu mir ins Bett, wodurch sie sich sehr schnell beruhigten. Eine am Bauch, die andere neben mir – das war in den ersten Wochen eine durchaus übliche Schlafposition. Dabei bin ich auch öfters in ein anderes Zimmer ausgewandert, um meinem Mann nicht auch noch den Schlaf zu rauben – am Wochenende war es dann umgekehrt. Nach drei Monaten gelang uns jedoch die Umstellung auf das Gitterbett im Kinderzimmer. Zu dem Zeitpunkt schliefen unserer Zwillinge aber schon 9-10 Stunden durch. Gemeinsames oder getrennte Zimmer Es gibt keine fixen Regeln, was zu empfehlen ist, und Sie werden bald selbst herausfinden, was für Ihre Situation das Beste ist. Einige Zwillinge reagieren sehr zufrieden, wenn sie die Nähe des anderen spüren, andere scheinen sich gegenseitig dauernd zu stören. Wenn sich Zwillinge ständig gegenseitig aufwecken, ist es ratsam, sie zumindest in der Nacht zu trennen. Aus praktischen Gründen ist es jedoch empfehlenswert, beide Kinder in einem Zimmer unterzubringen, da Sie ansonsten immer zwischen den Kinderzimmern hin und herlaufen müssten. Getrennte Zimmer sind frühestens ab dem Schulalter interessant. Bei uns stellte sich die Frage zunächst nicht, da wir in den ersten Monaten nur ein gemeinsames Kinderzimmer für drei Kinder hatten. Durch eine gelungene Organisation funktionierte das Schlafen jedoch sehr gut. Wir hatten zwei Gitterbetten aufgestellt, und in der Nacht störten sich die Zwillinge nicht gegenseitig, da sie einen ähnlichen Schlafrhythmus hatten und fast gleichzeitig aufwachten. Da unsere zweieinhalbjährige Tochter auf das Gequengel der Babys vor dem Einschlafen anfangs sehr empfindlich reagierte, ließen wir sie auch manchmal im Schlafzimmer einschlafen. Wenn eines der Babys überhaupt nicht einschlafen wollte, quartierten wir es auch vorübergehend in ein anderes Zimmer, wo es dann in der Wippe in den Schlaf geschaukelt wurde. Manche Zwillingseltern schwören darauf, die beiden im gleichen Stubenwagen oder Gitterbett schlafen zu lassen, weil den Babys die gegenseitige Nähe vertraut ist und sie sich dadurch wohler fühlen. Meine Mädchen wollten das leider von Anfang an überhaupt nicht: sie verpassten sich nur dauernd gegenseitig Kinnhaken. Außerdem funktioniert das meistens nur, solange die Babys noch sehr klein sind, später behindern sie sich gegenseitig, da sie immer mehr Platz und Bewegungsfreiheit brauchen. Schlafen untertags Es ist sehr entlastend, wenn die Kinder tagsüber einige Stunden schlafen. Zwillinge schlafen natürlich nicht immer zur gleichen Zeit, aber vielleicht gehören Sie zu den glücklichen Müttern, bei denen das funktioniert und Sie haben wirklich zwischendurch eine Verschnaufpause. Der regelmäßige Mittagsschlaf pendelt sich gewöhnlich mit der Zeit ein. Wenn Ihre Kinder eingeschlafen sind, stürzen Sie sich nicht sofort auf den Haushalt, sondern gönnen Sie sich auch ein wenig Ruhe und Entspannung. Viele Dinge lassen sich auch erledigen, wenn die Babys wach sind. Empfehlen Sie diesen Artikel weiter! © 2002-2003 by Zwillinge.at
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