Zwillinge
Home
INTERAKTIV Babygalerie Flohmarkt Forum
INFORMATIV
Schwangerschaft
Geburt
Alltag mit Zwillingen
Reisen und Freizeit
Zwillinge Spezial
Zwillinge von A-Z
Links
Webfamilie.at

Zwillinge Kontakt Kontakt
Zwillinge weiterempfehlen Weiterempfehlen

Derzeit 35 User online.

 

 

Keine Chance für den Zahnkiller Karies
2002-09-27, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Die ersten Zähnchen „Mami, erzähl doch bitte noch einmal die Geschichte von den kleinen Zahnmännchen, den...wie heißen sie ...Karius und Baktus, die in der Nacht oft zu dem kleinen Mädchen gekommen sind, das nicht Zähne putzen wollte. Und dann haben sie lauter kleine Löcher in die Zähne gehackt.“ Natürlich beabsichtigte ich mit meiner kleinen Geschichte, die ich meinen Kindern manchmal so nebenbei erzählte, einen minimalen pädagogischen Effekt. Und tatsächlich, es verging kein Abend, ohne dass meine damals dreijährigen Töchter sie nicht hören wollten. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es daran lag, dass keine allzu großen Überredungskünste notwendig waren, sie mit Zahnbürste ausgestattet ans Waschbecken zu locken - jedenfalls kann ich immer noch von Glück sagen: „Er hat noch nie gebohrt“.

In vielen Zahnarztpraxen spielt sich allerdings etwas ganz anderes ab – manchmal sogar schon bei Kindern im Vorschulalter. Wie eine Studie der Henkel-Meinungsforscher ergab, halten sich nämlich nur wenige Österreicher an den Rat, sich zwei Mal täglich der Zahnhygiene zu widmen. Lediglich 28 Prozent greifen in dieser Regelmäßigkeit zur Zahnbürste, 49 Prozent der Bevölkerung putzen ihre Zähne nur einmal pro Tag. 14 Prozent kümmern sich selten oder gar nie um Bakterien und Beläge auf ihrem Gebiss. Grund genug für Experten, seit Jahren auf den alarmierenden Anstieg von Milchzahnkaries aufmerksam zu machen. Ungesundes Essen, zu viele Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke und Kindersnacks gelten als die Hauptfeinde der kleinen Platzhalter, ohne die die bleibenden Zähne unkontrolliert durchbrechen können. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, wachsen die „Zweiten“ meist schief nach und machen später oft kostspielige, kieferorthopädische Korrekturen notwendig.

Durch regelmäßige Zahnpflege und zuckerarme Ernährung kann jedoch schon im Babyalter dem Zahnkiller Karies vorgebeugt werden. Der Wiener Zahnarzt Dr. Gunther Knogler räumt auch mit einigen schlechten Gewohnheiten punkto Zahnhygiene auf. „Viele Mütter kühlen heißes Essen in ihrem Mund ab und geben es dann dem Baby. Durch diese Unart werden Kariesbakterien von der Mutter auf das Kind übertragen“. Dasselbe gilt für schmutzige Schnuller. Nicht mit dem Speichel, sondern mit heißem Wasser reinigen. A propos Schnuller: Honig oder Zucker verursachen Karies und haben auf dem Seelentröster nichts verloren. Auch das häufige Trinken von gezuckertem Kindertee oder Fruchtsäften aus den beliebten Plastikflaschen ist mitverantwortlich für kariös geschädigte Milchzähne. Vor allem im oberen Schneidezahnbereich schlägt schnell der Kariesteufel zu.

Gegen sporadisches Naschen ist im Prinzip zwar nichts einzuwenden, jedoch sollten Eltern die althergebrachte Gewohnheit, die Kinder fürs Bravsein immer nur mit Süßigkeiten zu belohnen ein wenig kritisch überdenken. Das Zuckerl, das langsam im Mund zergeht, oder der Lolli, an dem ausgiebig herumgelutscht wird, sind nämlich ein ausgezeichneter Nährboden für Bakterien, die den Zucker in Milchsäure umwandeln, die für den Zahnschmelz so gefährlich ist.

Zahnpflege als fixes Ritual

  • Für Babys erste Putzversuche genügt es, die Kleinen an einer weichen Kinderzahnbürste herumkauen zu lassen und die Zähnchen mit einem feuchten Wattestäbchen zu reinigen
  • Nach und nach sollte die Zahnreinigung jedoch als festes Ritual in den Tagesablauf des Kindes eingebaut werden. Da sich nach jedem Essen vermehrt Kariesbakterien bilden, am besten nach jeder Mahlzeit zur Zahnbürste greifen, mindestens jedoch morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen.
  • Bei der Auswahl des richtigen Putzwerkzeuges stehen viele Eltern vor der Qual der Wahl. Die geeignete Kinderzahnbürste sollte einen kleinen Bürstenkopf, weiche Kunststoffborsten (aus Hygienegründen) und einen kindgerechten Griff haben. Ein heißer Tipp für kleine Zahnputzprofis: elektrische Zahnbürsten mit integriertem Music-Timer. Durch die selbständigen, vibrierenden Bewegungen der Elektro-Bürste werden nicht nur die Zähne gründlich geputzt, so wird auch die ideale Putzdauer erreicht, wenn Junior putzt, solange das Liedchen trällert.
  • Am besten, die Kinder nehmen das Putzen so früh wie möglich selbst in die Hand. Aber: damit die Zähne auch wirklich sauber werden , ist anfangs die professionelle Hilfe der Eltern gefragt. Erst ab dem Schulalter können die Kids das Zähneputzen alleine erledigen.

„Nicht nur regelmäßiges Putzen ist von Bedeutung, man muss den Kindern auch von Anfang an lernen, wie man richtig und systematisch die Zähne putzt“, appelliert Dr. Knogler an die Eltern, „und zwar ohne den Kindern dabei den Spaß an der Zahnpflege zu verderben“. Von Rot nach Weiß, lautet die Devise beim Zähneputzen. Im Klartext heißt das: vom Zahnfleisch zu den Zähnen wird Zahn für Zahn gebürstet, und das Ganze idealer Weise drei Minuten lang. Auch das Ausspucken und Spülen will gelernt sein und sollte entsprechend trainiert werden. "Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und nutzen Sie den Nachahmungstrieb der Kinder“, empfiehlt der Zahnarzt aus Wien. Dabei muss auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Wettspucken in der Badewanne oder ein „Zahnputzservice“, das Sie von Ihrem Kind bekommen, verleiht dem täglichen Ritual eine spielerische Komponente.

Gesunde Ernährung ist eine weitere wichtige Säule in der Kariesvorbeugung: Vollkornbrot, Obst und knackiges Gemüse halten nicht nur den Kauapparat fit, sondern reinigen auch die Zahnoberflächen. Ein wenig Zurückhaltung bei den Kalorienbomben, vor allem Süßigkeiten, dient nicht nur der Figur, auch die Zähne sind dafür dankbar. Ein Zuviel an Kohlehydraten und Fett verändert nämlich den ph-Wert im Mundinnenraum und bietet dadurch Bakterien eine ausgezeichnete Brutstätte. Außerdem rät Dr. Knogler zum regelmäßigen Zahnarztbesuch alle sechs Monate: "Kleinere Zahnreparaturen sind in der Regel nicht schmerzhaft. So entwickelt Ihr Kind erst gar keine Angst vor dem Zahnarzt."

Was man sonst noch tun kann Es ist heute zweifelsfrei erwiesen, dass fluoridhältiger Zahnschmelz wesentlich widerstandsfähiger gegen Karies ist. Außerdem fördert Fluor die Remineralisierung des Zahnschmelzes und verhindert die Säureproduktion von kariesverursachenden Bakterien. In Österreich ist der natürliche Fluorgehalt des Trinkwassers sehr gering (in den meisten Gemeinden unter 0,25 mg/Liter), daher ist die Einnahme von Fluortabletten einmal täglich zu empfehlen. „ Da aber in den meisten Kinderzahnpasten auch schon höher dosierte Fluoridmengen enthalten sind, kann die Fluorprophylaxe durch Tabletten entfallen, vorausgesetzt dass zweimal täglich geputzt wird“, meint Univ.-Prof. Dr. Peter Städtler von der klinischen Abteilung für Zahnerhaltung in Graz, „Auf Wunsch kann der Zahnarzt auch ein Fluorgel auf die gereinigten Zahnflächen auftragen“. A propos Mundhygiene: Diese lästige Prozedur, die für Jugendliche und Erwachsene ein bis zweimal im Jahr unerlässlich sein sollte, müssen Sie ihren Kindern im Vorschulalter nicht antun. Besser ist, Sie lassen Ihr Kind ab und zu einen Kaugummi kauen. Der reinigt zwar nicht die Zähne, sorgt aber für vermehrten Speichelfluss und kann so die Ansiedelung von Bakterien im Mundraum verhindern. Älteren Kindern kann man das Putzresultat sehr gut mittels Färbetabletten, die es in Apotheken gibt, verdeutlichen. Zur Vorbeugung gegen Kariesbefall an den Zahnzwischenflächen, sollte man Kinder ab dem Schulalter mit der Verwendung von Zahnseide vertraut machen.

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

 

© 2002-2003 by Zwillinge.at

Artikel
Aus für Cola und Soletti
Wie verlässlich ist die Grippeimpfung
Hilfe für kleine und große Rotznasen
Oft verkannt: Migräne bei Kindern
Keine Chance für den Zahnkiller Karies


Werbung

auch von diesem/r Autor/in
Eineiig - oder doch nicht ?
Ein unzertrennliches Pärchen ?
Muss man Zwillinge anders erziehen ?

Alles , was Sie schon immer über Zahngesundheit wissen wollten
www.gesundezaehne2
4.de

druckfreundliche Version

Artikelbewertung
Aktuelle Note: 1.2

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

sehr gut
gut
es geht
nicht schlecht
gefällt mir nicht