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Wie verlässlich ist die Grippeimpfung
2002-11-25, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
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GrippeimpfungEins steht fest: die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Sie ist bereits im Anrollen, wenn der Winter noch in den Startlöchern sitzt. Ein Großteil der gefährlichen Krankheitserreger kommt per Flugzeug aus Asien direkt zu uns nach Hause. Dass es bei uns unfreundlich kalt ist, scheint die Grippeviren dabei keineswegs zu stören. Das ist nicht als Absage an den internationalen Tourismus zu verstehen, es wird einfach nur oft übersehen, dass durch den regen Reiseverkehr in ferne Länder auch Krankheitserreger ihre Chance bekommen, rund um den Globus zu reisen. Und sie befinden sich in unserem Land nicht etwa auf der Durchreise. Ungefähr 400.000 Österreicher mussten nach einem Angriff der Grippeviren im vergangenen Winter das Bett hüten, für geschätzte 3.000 verlief die Influenza, wie die Krankheit auch genannt wird, tödlich.

„Was die Grippe eigentlich so gefährlich macht, sind nicht die Symptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen“, sagt Dr. Heinz-Peter Slatin, Chefarzt beim Roten Kreuz, „eine Ansteckung mit bestimmten Grippeviren kann bei einem geschwächten Immunsystem zu schweren Herzerkrankungen oder zu einer Lungenentzündung führen.“ Aus Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wissen wir heute, dass es verschiedene Grippevirenstämme gibt. Man unterscheidet drei Virustypen, die allerdings sehr wandlungsfähig sind, sodass das menschliche Immunsystem das Virus nicht erkennt und daher nicht weiß, wie es bekämpft werden kann.

Wer soll sich impfen lassen?

Krankes KindViele Menschen sind großteils durch Medienberichte verunsichert sind, ob sie nun zur Grippeimpfung antreten sollen oder nicht, die meisten Eltern befürchten vor allem Nebenwirkungen bei ihren Kindern. Die Sinnhaftigkeit der Influenza-Impfung wird aber auch in Fachkreisen seit vielen Jahren heftig diskutiert. Impfgegner und Alternativmediziner sehen beispielweise einen Zusammenhang zwischen den vielen Impfungen und der steigenden Zahl an Allergien. „Der einzige Faktor, der bei der Influenza-Impfung eine allergische Reaktion auslösen könnte, ist eine Hühnereiweißallergie, weil das Serum in Hühnereiweiß gezüchtet wird“, kontert der Wiener HNO-Arzt gegen diese These. Von einem Schaden am Immunsystem könne jedoch keine Rede sein. Gerade bei Kindern ist das Immunsystem in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt. Wenn dazu noch eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel Asthma oder eine angeborenen Herzschwäche kommt, ist die Gefahr einer Ansteckung so groß, dass eine Grippeimpfung sogar unbedingt zu empfehlen ist. Eine Impfung bedeutet aber nicht nur Selbstschutz, sondern im weiteren Sinne auch eine verminderte Ansteckungsgefahr.

Eine ganze Reihe von Gegnern der Schulmedizin bleiben trotzdem dabei, dass eine Grippeimpfung vor allem bei Kindern übertrieben sei, wenn keine echte Gefährdung vorliegt. Kinder sollen unbedingt eine gewisse Anzahl von Infekten durchmachen, damit ihr Immunsystem gestärkt und für die nächsten Virenattacke widerstandsfähiger gemacht wird. Auf die Frage, ob gesunde, junge Menschen eine Grippeimpfung benötigen, meint Dr. Slatin: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Menschen mit einem starken Immunsystem werden die Grippe vermutlich in den meisten Fällen gut überstehen. Es gibt andererseits aber auch nichts, was gegen eine Impfung spricht.“ „Die Grippeimpfung bietet einen hohen Schutzfaktor gegen die Influenza-Viren, ohne dabei den Organismus zu belasten“, bekräftigt auch Frau Univ.-Prof. Dr. Heidemarie Holzmann, Vorstand des Instituts für Virologie der Universität Wien.

Chronisch kranke Kinder sollten ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat geimpft werden. „Solche Kinder sind besonders anfällig für Komplikationen, wie zum Beispiel Lungen- oder Herzmuskelentzündung“, ist die Virologin überzeugt. Auch für werdende Mütter wird die Impfung nun empfohlen, da die Grippe besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel häufig für Komplikationen sorgt. Der Impfstoff schädigt das Ungeborene nicht und schützt auch einen Säugling, der noch nicht geimpft werden kann, zuverlässig vor den gefährlichen Grippeviren.

Grippe ist nicht gleich Grippe

GrippevirusDurch eine Impfung soll das Immunsystem trainiert und dadurch eine Resistenz gegen Viren aufgebaut werden. Die Impfung muss allerdings jährlich wiederholt werden, da sich die Krankheitserreger ständig verändern und vom immunologischen Gedächtnis nicht mehr erkannt werden. Da der Körper bis zu zehn Tage braucht, um einen Abwehrmechanismus aufzubauen, raten Impfexperten, nicht abzuwarten, bis die Grippeepidemie bereits voll im Gang ist, sondern schon rechtzeitig einen Schutz durch die Impfung herzustellen.

Wer sich gegen Grippe impfen lässt, ist damit aber nicht gleichzeitig gegen Schnupfen und andere Erkältungskrankheiten immun. „Viele von uns verwechseln die echte Influenza mit einem grippalen Infekt, einer mehr oder weniger starken Erkältung, die zwar auch durch Viren ausgelöst wird, aber bei weitem nicht so schwierig verläuft wie die echte Grippe. Bei einer Erkältung steigt die Körpertemperatur, die Nase rinnt und der Husten quält. Bei der echten Grippe fiebert der Körper bis zu 40 Grad, begleitet von Kopf-und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Die Sekundärfolgen wie Lungenentzündung oder eine Entzündung des Herzmuskels können jedoch tödlich sein. „Jährlich sterben mehr Menschen an den Folgen der Grippe als durch Verkehrsunfälle oder Rauschgift“, berichtet Dr. Slatin, „ das sollte doch irgendwie zu einem Umdenkprozess in der Gesundheitsvorsorge anregen.“ Zusätzlich kann das Immunsystem noch durch Saunabesuche, Wechselduschen, genügend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und eine vollwertige Ernährung gestärkt werden. So haben die Grippeviren zumindest weniger Chancen. Hat das Grippevirus tatsächlich einmal zugeschlagen, ist der beste Tipp, solange wie möglich , das Bett zu hüten. Wer zu früh aufsteht, läuft nämlich Gefahr, immer wieder Rückschläge zu erleiden. Die Symptome können durch Medikamente zwar gelindert werden, aber ansonsten heißt es abwarten – und viel heißen Tee trinken.

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