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Zwillinge im Trotzalter
2003-02-10, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Ich bin in einem englischen Zwillingsratgeber auf den Begriff „The terrible twos“ gestoßen“, als die Episode des Kleinkindalters mit Zwillingen beschrieben wurde. Dieser Begriff steht aber nicht etwa für die „schrecklichen Zwei“ sondern bezeichnet die Entwicklungsperiode, in der Kinder üblicherweise anfangen zu gehen, bis sie reif für den Kindergarten sind, also in der Regel zwischen ein und drei Jahren. Nun, die meisten können ein Lied davon singen: unbezähmbare Neugierde der Kleinen prägt diese Zeit, und dazu wollen die kleinen Persönlichkeiten immer mehr ihren eigenen Willen durchsetzen.

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Kinder brauchen Zeit

Betrachtet man das Ganze vom praktischen Gesichtspunkt aus, liegt der Hauptunterschied, ein Kleinkind oder zwei auf einmal zu haben, darin, dass man sich als Mutter nicht so gut auf ein einzelnes Kind konzentrieren kann. Ein daraus resultierendes Problem ist , dass der Faktor Zeit für jedes einzelne Kind immer zu kurz kommt. Eine andere wesentliche Hürde im Zwillingsalltag sind diverse Gefahrenquellen, deren Ausmaß im Zwillingsalltag oft schwer verkannt wird. Auch vorübergehende Verhaltensschwierigkeiten oder die bekannte Trotzphase in diesem Altersabschnitt machen es Zwillingseltern oft nicht gerade leicht, richtig mit ihrem „Duo“ umzugehen.

„Selber machen“ - die ersten Schritte zur Selbständigkeit

Zwillinge werden selbständigMit dem Bedürfnis kleiner Kinder, alles alleine zu machen, wobei man als Mutter auf einmal bei gar nichts mehr helfen darf, beginnt nicht nur für Zwillingsmütter ein weiteres schwieriges Alltagskapitel. Doch es hilft nichts, auch da müssen Sie durch. Je früher Sie die Kinder zur Selbständigkeit erziehen, desto eher können Sie davon profitieren. Doch dazu müssen Sie zunächst einmal Ihren Kindern die Chance geben, verschiedene Dinge auszuprobieren und zu lernen, was zugegebenermaßen bei zwei gleichaltrigen Kindern ein recht starkes Nervenkostüm erfordert. Das beginnt beim „Selber-Essen-Wollen“ und reicht über die An - und Ausziehproblematik bis hin zum Zähneputzen. Sicher ist es zeitsparender, wenn Sie selbst den Zwillingen jeden Morgen ihre Sachen anziehen, andererseits sollten die Kinder ab etwa zwei Jahren imstande sein, einige Kleidungsstücke selbständig an-und auszuziehen. Ich kenne nicht wenige Zwillingsmütter, die aber gerade das an den Rand der Verzweiflung bringt, vor allem wenn sie es eilig haben wegzukommen oder in der Früh zur Arbeit müssen.

Vor – und Nachteile abwägen

In diesem Punkt habe ich jedoch meine eigene Erfahrung gemacht: meine Zwillingsmädchen konnte sich zwar schon seit ihrem zweiten Lebensjahr vollständig an – und ausziehen, doch sobald sie bei mir den Zeitdruck spürten, lief gar nichts mehr. Das bekam ich auch zu spüren, als sie schon fünf Jahre alt waren. Wenn ich sie in der Früh halbwegs pünktlich in den Kindergarten bringen wollte, tat sich entweder gar nichts oder das Ganze endete in einem Heulkonzert. Um meine eigenen Nerven zu schonen - vor allem aber um Zeit zu sparen – beschloss ich also, sie auch im Vorschulalter noch beim Anziehen zu „unterstützen“, indem ich praktisch alles für sie erledigte. Durch die Routine waren wir allerdings in der Regel schneller startklar, als so manche Mutter mit nur einem Kind. Am Wochenende klappte es allerdings erstaunlicherweise immer ohne mein Zutun.

Was ich damit sagen will, ist: Selbständigkeit ist ohne Zweifel bei Zwillingen eine sehr nützliche Tugend, die in erster Linie der Mutter zugute kommt, aber in manchen Situationen muss man eben abwägen, ob man den eigenen Nerven zuliebe von seiner Linie nicht auch einmal abweicht. Trotz allem kann es aber nie schaden, immer einen Zeitpolster mit einzuplanen. Allein der Gedanke zu wissen, man hat eigentlich noch zehn Minuten mehr Zeit, vermeidet unheimlich viel Stress. Und: je spielerischer man an die Sache herangeht, desto besser funktioniert es (weiß ich auch aus eigener Erfahrung). Versuchen Sie gelassen zu bleiben - auch wenn Ihnen manchmal nicht danach zumute ist, weil Ihnen die Zeit buchstäblich davonläuft - Ihre Kinder merken das nämlich, und zögern die Sache dann erst recht hinaus. Vielleicht beruhigt es Sie vorerst, wenn ein Großteil der befragten Zwillingsmütter übereinstimmend erklärt, dass dies zwar ein sehr fordernder Abschnitt im Zwillingsalltag ist, aber dass sich Geduld und Zeit, die Sie sich dafür nehmen, eines Tages bezahlt machen.

„The terrible Two’s“

Das typische Trotzalter – speziell im Alter zwischen zwei und drei Jahren – gehört natürlich auch bei Zwillingen zur Entwicklung dazu. Kinderpsychologen haben dafür folgende Erklärung: in der Phase, wo Kinder ihre Persönlichkeit entdecken, wissen sie ganz genau, was sie wollen, allerdings fehlt ihnen noch die Einsicht, warum sie das nicht hier und jetzt haben können. Wie lange diese Phase dauert, hängt zwar auch vom Temperament ab ist daher auch von Kind zu Kind verschieden. Bei Zwillingen besteht jedoch die Tendenz, dass sie derartige Trotzreaktionen über einen längeren Zeitraum hinweg zeigen als einzelne Kinder.

Auch hier behalten Sie am besten die Oberhand, wenn Sie möglichst ruhig bleiben. Ein tobendes Kind stellt man am besten zum Abkühlen in ein anderes Zimmer – das reduziert auch die manchmal aufkommenden eigenen Aggressionen. In den überwiegenden Fällen beruhigt sich das Kind nach spätestens zehn Minuten von selbst. Wenn nicht, versuchen Sie nach einiger Zeit mit beruhigenden Worten einzulenken. Funktioniert das auch nicht, gehen Sie wieder. Doch meistens reagieren sogar die ärgsten „Zornpinkel“ sehr dankbar, indem sie sich rasch beruhigen. Auch in der Öffentlichkeit sollten Sie nicht anders handeln, auch wenn Sie vor den zahlreichen, vernichtenden Blicken oft am liebsten in den Boden versinken würden. Hier ist Selbstbewusstein gefragt. Je cooler Sie selbst in der Situation bleiben, desto besser sind die Chancen, dass das Ganze nicht eskaliert.

Eine gewisse Konsequenz sollten Sie zwar schon an den Tag legen, andererseits muss man auch kein unnötiges Drama aus der Sache machen. Ein kleines Kind muss nicht unbedingt „Entschuldige“ sagen, wenn es etwas Schlimmes angestellt hat oder sein Geschwisterchen an den Haaren gezogen hat. Eine kleine Geste, wie ein Streicheln oder ein „Versöhnungsbussi“ bewirkt das selbe und hat gleichzeitig einen Erziehungseffekt.

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