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Mein geliebter Schnuller
2003-03-28, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Naturinstinkt und Beruhigungseffekt auf der einen Seite, Fehlstellungen der Zähne sowie spätere Sprachstörungen bei Schnullerkindern zum anderen, so in etwa lauten weitverbreitete Pro – und Contra-Thesen über die Verwendung des umstrittenen kleinen Gummisaugers, die neuerdings auch mit zahlreichen (darunter auch fragwürdigen) Studien aus verschiedensten Ländern bekräftigt werden. Was sollte man über den Einsatz des beliebten Beruhigungsapparates wissen ?

Überzeugte Gegner meinen, dass der Schnuller typisch für die moderne, hektische Gesellschaft sei und lediglich als Erleichterung für „faule“ Eltern diene, die den Gummistöpsel jedes Mal einsetzen, um das Baby schneller zu beruhigen. So einfach ist es mit Sicherheit nicht, denn die Erfindung des Schnullers ist vermutlich genauso alt wie die Menschen selbst, zumindest aber reichen die Erfahrungen bis ins alte Ägypten zurück. Damals verwendete man kleine Tonfiguren mit Honig gefüllt, die den Kindern um den Hals gehängt wurden, später wurden Materialien wie Kork, Textil und schließlich auch Gummi verwendet, um kleine Babys zu beruhigen.

Der Nuckel unserer Tage ist aus Latex und für die meisten leidgeprüften Eltern aus den ersten Lebensmonaten eines (oder in unserem Fall zwei) kleinen Erdenbürgers nicht wegzudenken. Sogar viele stillende Mütter entscheiden sich bewusst und guten Gewissens für die Variante Schnuller, denn auch wenn sie ihrem Baby die Brust geben, möchten die wenigsten als ständig verfügbarer Nuckelapparat herumlaufen. Außerdem bekommt ja nicht nur das unzufriedene Baby, sondern auch die nähere Umgebung indirekt die positiven Auswirkungen der oralen Befriedigung zu spüren: ein Baby mit Schnuller schreit nicht. Doch so beruhigend für die Anwesenden der Anblick eines friedlich dahinnuckelnden Babys auch sein mag, die Eltern sollten sich über die möglichen Folgen des Dauernuckelns im Klaren sein.

Die Gründe, die gegen den dauernden Einsatz des Beruhigungssaugers sprechen, sind tatsächlich nicht so leicht von der Hand zu weisen. Allerdings differieren die Meinungen der einzelnen Experten zum Thema Schnuller :ja oder nein. Eine besonders strikte Anti-Schnuller-Haltung ist vor allem unter Zahnärzten zu finden, denn sie sind täglich mit Zahnfehlstellungen und kiefer – und gesichtsorthopädischen Problemen konfrontiert. Mittlerweile ist aber auch längst bekannt, dass nicht nur das Nuckeln am Latexpropfen, sondern auch das Daumenlutschen ein Nach-Vorne-Schieben des Oberkiefers bewirkt, was wiederum den Unterkiefer im Wachstum hemmt, und so die typischen Zahnfehlstellungen bewirkt. Kieferorthopäden vertreten allerdings die Meinung, dass Daumenlutschen viel gefährlicher sei als der Schnuller, da der Daumen keinesfalls kiefergerecht geformt ist, und durch häufiges Daumenlutschen viel leichter schwer korrigierbare Fehlstellungen im Zahn – und Kieferbereich entstehen.“

Schnuller sind auf jeden Fall zu bevorzugen, denn sie sind weicher und kiefergerecht geformt“, sagt Prim. Dr. Doris Haberler vom Allgemeinen Krankenhaus Wien, „Der Schaden, der durch einen kiefergerechten Schnuller angerichtet werden kann, ist minimal.“ Es kommt natürlich darauf an, wie lange die Kinder den Schnuller verwenden. Optimal wäre es , ihn dem Kind ab dem zweiten Lebensjahr langsam zu entziehen und ihn bald nur mehr als Einschlafhilfe zu geben. Als Mutter sieht man ja, wie sehr ein Kind den Schnuller braucht und wann der richtige Zeitpunkt fürs Abgewöhnen gekommen ist.

Typisch bei Kindern, die den Schnuller länger als gewöhnlich haben, ist der sogenannte lutschoffene Biss, das heißt der Kontakt zwischen Ober – und Unterkiefer fehlt, weil dort der Platz für den Schnuller war. Auch vor möglichen Sprachstörungen wird gewarnt, denn durch das lange Lutschen kommt es häufig zu einer bedenklichen Zungenfehlstellung, die vor allem zu S- und Z–Fehlern führt. Bis zum fünften Lebensjahr bilden sich diese Fehlstellungen aber normalerweise wieder zurück. Danach wird es aber schon problematischer, wenn Zahlfehlstellungen aufgetreten sind. Diese können meist nur mehr mittels Zahnspange korrigiert werden. Im Gegensatz zum Daumenlutschen ist der Schnuller auch leichter abzugewöhnen. Viele Kinder stecken zum Beispiel den Daumen im Halbschlaf automatisch in den Mund, er ist einfach immer verfügbar. Wenn eine Mutter merkt, dass ein Säugling immer wieder zum Daumenlutschen neigt, rät Dr. Haberler, den Daumen lieber 50 mal am Tag aus dem Mund zu nehmen, und den Schnuller anzubieten.

Doch Kinder sind in ihren Angewohnheiten sehr unterschiedlich und beharren leider gerade dann darauf, wenn man es mit sanftem Druck zu verhindern versucht. Diese Erfahrung habe ich bei meinen eigenen drei Kindern gemacht. Obwohl meine heute sechsjährige Tochter vom ersten Tag an mit Begeisterung am Schnuller nuckelte, war die Entwöhnung geradezu ein Kinderspiel. Umso überraschter war ich von der Tatsache, dass meine eineiigen Zwillingsmädchen völlig andere und obendrein voneinander verschiedene Sauggewohnheiten an den Tag legten. Während Astrid den Schnuller von Anfang an entschieden ablehnte und niemals irgendetwas zur Beruhigung in den Mund nahm, nuckelte Margit schon an ihrem winzigen Daumen, kaum dass sie auf der Welt war. Und es wurde ein langwieriger Prozess, ihr das permanente Daumenlutschen abzugewöhnen, nichts konnte ich ihr schmackhaft genug machen, sie von dieser automatischen Handlung abzubringen. Schließlich ist es mir gelungen, an ihre Eitelkeit zu appellieren. Zum Einschlafen muss der Daumen allerdings immer noch herhalten. Ich bin nur deshalb einigermaßen beruhigt, weil der Zahnarzt bis jetzt noch keine alarmierende Feststellung der Zähne beobachtet hat.

Wie stellen es nun Eltern an, dass der geliebte Schnuller nicht mehr von den Sprösslingen verlangt wird ? Auf jeden Fall ist viel Liebe und Geduld erforderlich, eventuell auch durch ein Einbinden der Kinderhand in ein loses Leinensäckchen. Weniger zielführend sind die althergebrachten, drastischen Maßnahmen wie etwa das Aufstreichen von übel schmeckenden Flüssigkeiten oder das Zubinden des Daumens. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass sich Kinder dadurch nur bedingt von ihrer Vorliebe abbringen lassen. Es geht schließlich auch anders. Erstaunlicherweise reagieren nämlich auch drei – bis vierjährige Kinder schon recht vernünftig, wenn man versucht, ihnen auf einfache Weise die Folgen des Schnuller - oder Daumenlutschens zu erklären.

Worauf Sie beim Kauf eines Schnullers achten sollten:

Er sollte auf jeden Fall kiefergerecht geformt sein. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal eines „guten“ Schnullers ist ein abgeflachter weicher Saugteil an beiden Seiten und eine schmale Auflage für die Kieferleisten und Lippen. Bei den bewährten Markenschnullern gibt es meist eine Größeneinteilung in drei Stufen (1-6 Monate, 6-18 Monate, ab 18 Monate)

Viele Psychologen sind übrigens dem Schnuller gegenüber sehr positiv eingestellt. „Saugen ist ein Naturinstinkt“, sagt die Psychologin Dr. Christine Fauland, „ Die Kleinen dürfen aber nur dann den Schnuller bekommen, wenn sie das Bedürfnis zu saugen haben. Dadurch wird die Abhängigkeit nicht zu groß“. Zur Beruhigung aller besorgten Eltern: irgendwann kommt der Tag, wo jedes Kind den Schnuller weglegt, und ähnlich verhält es sich auch mit dem Daumenlutschen. Alles nur eine Frage von Zeit und Geduld.

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