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Aus für Cola und Soletti
2003-05-21, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
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Durchfallerkrankung beim Kind„Eine Magen-Darmgrippe geht wieder um“ – diese Botschaft erreicht die meisten Mütter ebenso schnell, wie sich das Virus ausbreitet, das die alljährlichen „Durchfallepidemien“ in Kindergärten und Schulen auslöst. Insgeheim hofft natürlich jede, dass es ihre Kinder diesmal nicht „erwischt“. „Drei bis vier Durchfallepisoden pro Jahr sind bei Kleinkindern als absolut problemlos zu bewerten, sagt Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Abteilung für Kinder – und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus St. Pölten. Nur was deutlich darüber hinaus geht, sollte einmal von einem Kinderarzt gründlich untersucht werden.

Was Durchfälle vor allem für Säuglinge und Kinder unter zwei Jahren so gefährlich macht, ist der hohe Verlust an Wasser und Elektrolyten. Ein weiteres Problem ist die Gewichtsabnahme durch den unkontrollierte Flüssigkeitsverlust.

„Je jünger das Kind, desto schwerer wirken sich Wasser- und Elektrolytverlust auf den Gesamtorganismus aus“, weiß Univ. Doz. Dr. Peter Erian von der Innsbrucker Kinderklinik. Mitunter können sogar Schädigungen im Gehirn auftreten. Sein Rat an Eltern lautet daher: „Übersteigt der Gewichtsverlust die Zehn-Prozent-Marke, ist eine Flüssigkeitsaufnahme durch Infusionen im Krankenhaus die sicherste Maßnahme. Das gilt auch für ältere Kinder, wenn aufgrund von häufigem Erbrechen das Zuführen von Flüssigkeit nicht mehr möglich ist. Was darunter liegt, können Eltern in den meisten Fällen selbst ganz gut mit oralen Elektrolytlösungen, die in der Apotheke erhältlich sind (z.B. Normolyt), in den Griff bekommen. Hält der Durchfäll länger als zwei Tage an, sollte man allerdings einen Arzt befragen.

Elektrolythaushalt regulieren

FlüssigkeitsersatzDas Prinzip Flüssigkeitsaufnahme (Rehydratation) beruht auf der gleichzeitigen Verbreichung von Natrium und Glukose. „Nur dadurch wird der Wassertransport in die Zellen ermöglicht“, erklärt Zwiauer. Zum therapeutischen Effekt von Cola und Soletti meinen beide Experten: „Den gibt es nicht!“. Der Grund: In Cola, aber auch ‚Isostar’, sei der Glukosegehalt zu hoch, der Natriumgehalt aber dafür zu gering, „weshalb diese Getränke zur Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution nicht geeignet sind“. Zwiauer weiter: „Ist der Natrium-Glukose-Haushalt gestört, kann das sogar zu chronischen Durchfällen führen“.

Manche Eltern wissen aus leidvoller Erfahrung, dass die kleinen Patienten eine Lösung wie ‚Normolyt’ nur ungern bis gar nicht akzeptieren. In diesen Fällen empfiehlt der Kinderarzt: „Das Pulver in kühlschrankkaltem Wasser auflösen und löffelweise (2 x 200 ml/d) einführen“. Das sei wesentlich zielführender als eine ‚Geschmacksveränderung’ durch Fruchtsaft oder Tee. Was Kinderärzte immer wieder vermitteln: Es ist Aufgabe der Eltern, möglichst rasch den Flüssigkeitsverlust des Kindes auszugleichen. Dafür müssen sie sich Zeit und Geduld nehmen.

Keine Medikamente bei Durchfall

Medikamente haben im übrigen in der Behandlung von kindlichen Durchfallerkrankungen nichts verloren, betont Karl Zwiauer. Bei leichten Darminfekten sei weder Medikamente zur Darmruhigstellung noch der Einsatz von Antibiotika angebracht. „Denn die meisten Darminfektionen heilen von selbst aus“. Das gilt auch für Durchfallerkrankungen im Ausland. „Behandelt man eine leichte Infektion sofort mit Antibiotika, erreicht man durch die Zerstörung der Darmflora oft erst recht antibiotika-assoziierte Durchfälle“, warnt der Experte. Viel besser sei das vorbeugende Verabreichen von Joghurt, wenn Kinder zu Durchfällen neigen. Seine Meinung zu darmregulierenden Medikamenten, wie etwa Bioflorin: „Hilft es nichts, so schadet es auch nichts“. Allerdings vermittelt es vielen Eltern Sicherheit, ein Medikament auf natürlicher Basis bei sich zu haben.

Gesunde MischkostVon Aushungern, Teepause oder verdünnter Milchnahrung, wie das noch vor zehn Jahren empfohlen wurde, hält der Experte aus St. Pölten ebenfalls nicht viel. Denn mittlerweile gehe aus einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen hervor, dass ein akuter Durchfall keinen Laktasemangel hervorruft. Sein Rat lautet daher: Möglichst rasch wieder die gewohnte Ernährung aufnehmen. Für den gestillten Säugling bedeutet das Muttermilch. Nicht gestillten Kindern verabreicht man die gewohnte Milchnahrung oder Beikost, Klein – und Schulkindern wird Mischkost empfohlen. Nur wenn die Wiederaufnahme der normalen Nahrung nicht funktioniert, müsse die Nahrung verdünnt werden.

Was auch noch wichtig ist: die Qualität der Lebensmittel. Dass Kinder keinen Zugang zu verdorbenen oder alten Lebensmitteln haben sollten, versteht sich hier von selbst. Bei Auslandsurlauben – auch in benachbarten Ländern - sollte man die Salmonellengefahr im Auge behalten. Besonders gefährdet im Hinblick auf Salmonellen sind Speiseeis, Mayonnaise, rohe Eier ( etwa in Tiramisu) oder Geflügel. Ungewaschenes Obst und Salate können ebenfalls Durchfallerreger übertragen. Wie heißt es so schön: „Cook it, boil it or forget it“ - mit dieser Devise können Sie im Urlaub zumindest dem Reisedurchfall vorbeugen.

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