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Der „schwangere“ Vater
2003-09-05, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Die Reaktion auf doppelten Nachwuchs ist bei werdenden Vätern recht unterschiedlich: die einen geben sich sehr euphorisch, „da sie sich ja schon immer Zwillinge gewünscht haben“. Andere befürchten, dass sie ihre bisherigen Lebensgewohnheiten zur Gänze aufgeben müssen oder denken in schlaflosen Nächten darüber nach, wie sie sich den neuen Lebensaufwand leisten können.

Was die Gleichberechtigung zwischen den Partnern angeht, so hat sich in unserer Generation ja doch zumindest einiges geändert. So wird auch der werdende Vater immer mehr in die Schwangerschaft und Geburt mit einbezogen, was dazu beitragen soll, dass er einen besseren Einblick für die körperlichen und seelischen Vorgänge und Veränderungen der Frau während der Schwangerschaft, bei der Geburt und danach gewinnt.

Es gibt durchaus Männer, die so aufgeschlossen sind, dass sie Schwangerschaft und Geburt nicht nur als Sache der Frau sehen. Im Gegenteil: sie beteiligen sich so aktiv wie möglich an den Geburtsvorbereitungen. Trotzdem fühlen sich manche Männer gerade in dieser Zeit ausgeschlossen, da immer nur ihre schwangere Frau im Mittelpunkt steht, was durch die Zwillingsschwangerschaft noch verstärkt wird. Ein Tipp für die werdende (Zwillings)mutter : Geben Sie Ihrem Mann das Gefühl, dass auch er eine ganz wesentliche Rolle während der Schwangerschaft und auch bei der Geburt spielt.

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Gehört Ihr Partner eher zu der Gruppe von Männern, die sich nicht so gut in den schwangeren Zustand Ihrer Frau hineinversetzen können und Themen wie „partnerschaftlicher Geburtsvorbereitungskurs“ eher mit Skepsis begegnen, überfordern sie ihn nicht, indem Sie ihn dazu zwingen. Besser ist, ihn behutsam auf die Dinge vorzubereiten, die sie beide erwarten. Allerdings sollte die Frau dabei nicht vermeiden, mit „ihm“ über ihre persönlichen Probleme und Ängste zu sprechen. Eine Erfahrung, die sehr viele Zwillingsmütter gemacht haben: bei Männern dauert es meist länger, bis sie sich an den Gedanken, Vater von zwei Kinder auf einmal zu werden, gewöhnt haben. Bei fast allen steigt aber mit der Zeit sehr wohl das Interesse an der Schwangerschaft und Geburt.

Da werdende Väter den Zustand ihrer schwangeren Frau nicht wirklich nachvollziehen können, neigen sie entweder zu übertriebener (Für)sorge, oder sie bringen zu wenig Geduld für die Stimmungsschwankungen ihrer Frau auf. Hier kann frau jedoch nachhelfen: Lassen Sie Ihrem Partner genügend Information zukommen und fordern Sie ihn - möglichst unaufdringlich - auf, Sie zu den Arztbesuchen zu begleiten. Wenn ein Ratgeber für Zwillingsschwangerschaften (oder der Ausdruck einer Internetseite) „zufällig“ herumliegt, wird wahrscheinlich jeder Mann – vielleicht wenn er sich unbeobachtet fühlt - darin schmökern.

Wenn Sie mit Zwillingen schwanger sind, ist es vielleicht sogar Ihre einzige Schwangerschaft im Leben, daher sollten Sie den Zustand genießen und nicht durch partnerschaftliche Konflikte oder Missverständnisse trüben lassen.

Väter bei der Geburt Für viele Paare ist es gar keine Frage, dass der Vater bei der Geburt dabei ist. Allerdings: nur weil es heute sozusagen Standard ist, dass der Vater im Kreißsaal anwesend ist, sollte keiner von beiden es als Pflicht ansehen. Manchmal ist es aufgrund von irgendwelchen Komplikationen, zum Beispiel während der Geburt, auch gar nicht möglich, dass der Vater die Geburt miterlebt. Ob der werdende Vater einer operativen Geburt, also einem Kaiserschnitt, beiwohnen darf oder nicht, variiert außerdem von Klinik zu Klinik. Wenn Sie Wert darauf legen, sollten Sie sich vorher erkundigen, wie das in der Entbindungsklinik gehandhabt wird.

Es gibt auch bei sonst aufgeschlossenen Partnern durchaus welche, die eine Geburt lieber nicht miterleben möchten. Ihn dazu zu drängen, hat in diesem Fall wenig Sinn - er könnte sonst unter Umständen bei der Entbindung mehr „Schaden als Nutzen“ bringen. Obwohl viele werdende Väter ihre Frau während der Geburtswehen unterstützen wollen, würden viele es vorziehen (sie geben es aber selten zu), das "Geburtsfinale" lieber doch auszulassen.

Das Hauptproblem: viele Väter wollen eigentlich nicht mit ansehen, wie ihre Frau während der Geburt leidet. Außerdem wissen sie oft nicht, wie sie am besten beim Geburtsschmerz helfen können. Dazu kommt noch, dass jeder Mann, der Nachwuchs erwartet, sehr aufgeregt und unsicher ist. Oder er hat überhaupt Schwierigkeiten, den Anblick der Geburt bei der eigenen Frau zu verkraften. Das hat aber mit mangelnder Zuneigung oder fehlendem Interesse an der Geburt nichts zu tun. Besprechen Sie die Frage, ob Ihr Partner bei der Geburt dabei sein möchte oder nicht, schon während der Schwangerschaft, aber fixieren Sie sich nicht von Anfang an darauf. Bei vielen werdenden Vätern entwickelt sich im Laufe der Zeit ohnehin ein natürliches Bedürfnis bei der Ankunft der Sprösslinge life dabei zu sein.

Ein Wort an die Väter Es ist für Sie beide ein besonderes Gefühl, Zwillinge zu bekommen. Durch die doppelte körperliche und unter Umständen auch seelische Belastung Ihrer Frau während der Schwangerschaft hat es der (Ehe)partner aber oft nicht leicht: einerseits wird von Ihrer Umwelt erwartet, dass Sie sich als werdender Vater möglichst aktiv an der Schwangerschaft beteiligen, andererseits fühlen Sie sich vernachlässigt, da sich ja doch alles um Ihre schwangere Frau dreht, während Sie scheinbar nur eine Nebenrolle spielen. Der beste Weg, auch als werdender Vater in der Schwangerschaft Ihrer Frau glücklich zu sein, ist der Versuch, ihr emotionale Unterstützung zu geben: Interessieren Sie sich also möglichst viel für die Schwangerschaft ! Folgende Ratschläge könnten Ihnen dabei behilflich sein:

  • Versuchen Sie zumindest hin und wieder, Ihre Frau zu den ärztlichen Kontrollbesuchen zu begleiten.

  • Zeigen Sie Ihrer schwangeren Frau, dass Sie sich auch für die Vorgänge während der Schwangerschaft interessieren, indem Sie sich z.B. durch Bücher informieren.

  • Wenn Ihre Frau depressiv oder launisch ist, üben Sie sich in Geduld. Es stabilisiert sich zwar der Hormonspiegel ungefähr ab dem vierten Monat, aber gerade in einer Zwillingsschwangerschaft hält der Stress oft weiter an, so dass „sie“ vielleicht bis zur Geburt und vor allem danach zu plötzlichen Gefühlsausbrüchen neigt. Es wird zwar nicht immer einfach sein, aber es lohnt sich, wenn Sie ihre Launenhaftigkeit hinnehmen und Verständnis dafür zeigen. Immerhin: diese Schwangerschaft dauert ja nicht ewig !

  • Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihre Frau während der Schwangerschaft weniger Lust auf Sex hat und geben Sie ihr trotzdem die emotionale Zuwendung, die sie braucht.

  • Freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrer Frau über die Bewegungen der Babys, indem Sie Ihre Hand oder das Gesicht auf den nackten Bauch Ihrer Frau legen. So können Sie eine wunderbare Intimität mit ihr teilen.

  • Bewundern Sie den schwangeren Bauch Ihrer Partnerin ! Sie leidet genug unter der übermäßigen Last, die sie zu tragen hat und kann etwas Aufmunterung bezüglich Ihres Aussehens gut vertragen.

  • Unterstützen Sie Ihre Frau, indem Sie ihr - öfter als sonst – bei Besorgungen oder auch im Haushalt zur Hand gehen.

    Ohne Zweifel werden Sie so manche bisherige Lebensgewohnheiten einschränken oder vielleicht sogar vorübergehend aufgeben müssen, sobald die Zwillinge geboren sind. Grübeln Sie nicht zuviel darüber nach, sondern sehen Sie der Situation, die Sie erwartet, gelassen entgegen. Es gibt immer einen Weg, und schließlich – auch Zwillinge werden einmal älter !

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