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Beinahe jede Zwillingsmutter kennt die Frage: „Streiten Ihre Zwillinge eigentlich viel ?“ Besonders von eineiigen - also identischen - Zwillingen - wird oft selbstverständlich angenommen , dass sie stets ein Herz und eine Seele sind. Das mag in manchen Fällen stimmen. Doch Zwillingsmütter wissen: Zwillinge unterscheiden sich im Alltag nicht von anderen Kinder, wenn es um Neid, Eifersucht und Streit geht. Die freundschaftliche Hanni-und-Nanni-Idylle lässt nicht so einfach in die Praxis umsetzen. Vielleicht liegt das daran, dass Zwillingskinder oft - schmerzlicher als „normale“ Geschwister – die Erfahrung machen müssen, die Aufmerksamkeit innerhalb der Familie zu teilen. Andererseits entwickeln Zwillinge durch das ständige Beisammensein (was in den ersten Lebensjahren ja nahezu zwingend ist) eine unheimlich enge Bindung zueinander. Sie können aber auch - und das soll hier nicht verschwiegen werden - zu erbitterten Rivalen werden. 1 + 1= 1 Zwillinge verbringen - zumindest in ihrer Kindheit - üblicherweise mehr Zeit miteinander als mit irgend jemandem anderen (sogar mehr als mit ihrer eigenen Mutter), und das ist ohne Zweifel ein wesentlicher Faktor für die enge Verbundenheit zwischen ihnen. „Gewöhnliche Einlinge“ können so etwas wohl nie wirklich nachempfinden. Angeblich fühlen manche Zwillinge sogar, wenn es dem anderen schlecht geht, auch wenn sie kilometerweit voneinander entfernt sind. Es gibt tatsächlich – wenn auch selten – Zwillinge, die eine so enge Bindung zueinander haben, dass es ihnen schwer fällt, sich selbst als eigenes Individuum zu betrachten. Britische Zwillingsforscher haben beobachtet, dass Zwillinge – wenn sie noch sehr klein sind - manchmal Schwierigkeiten haben zu erkennen, wer sie selbst sind, und wer der andere. Ein klassisches Beispiel: ein eineiiger Zwilling sieht sich im Spiegel an und fragt sich: ist er es selbst oder sein Co-Zwilling ? Das gilt natürlich nur für eineiige Pärchen. Tragische Ausmaße treten zutage, wenn einer der Zwillinge stirbt, und der andere sich nur mehr als unvollständiger Teil eines Ganzen fühlt. Nicht selten durchlaufen die verbliebenen Geschwister dann eine schwere seelische Krise. Vor allem in der Kindheit teilen Zwillinge einander gerne eine ganz persönliche Rolle zu, um sich gegenseitig zu ergänzen. Dabei übernimmt der eine oft die dominante Rolle, während sich der andere (absichtlich) in den Hintergrund zurückzieht. Ein französischer Wissenschaftler bezeichnet dieses Phänomen als den „Couple – Effekt“.
Rollentausch Auch zweieiige Zwillinge haben oft eine sehr enge Bindung zueinander, und manche sehen sich auch sehr ähnlich. Bub-Mädchen-Zwillinge haben schon allein wegen ihres Äußeren am wenigsten Ähnlichkeit miteinander und gelten daher für viele Leute nicht einmal als „richtige“ Zwillinge. In dieser Beziehung wird oft beobachtet, dass das Mädchen entwicklungsmäßig weiter ist und manchmal sogar die dominante Rolle oder die Funktion einer „großen Schwester“ übernimmt. Der Spieß kann sich später in den Teenagerjahren umdrehen, wenn der Bruder die Schwester „beschützt“. Es gibt aber auch genauso Zwillinge, die nicht sehr viel miteinander anfangen können und sich wegen jeder Kleinigkeit in die Haare kriegen. Beziehung zwischen Drillingen
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