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Eifersüchtige Geschwister
2002-09-06, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Wie Sie als Eltern braucht auch Ihr älteres Kind etwas Zeit, sich an die neue, große Familie zu gewöhnen. Manche Kinder reagieren auf den doppelten Familienzuwachs mit Trotzreaktionen wie etwa „Wieder-in-die-Hose-Machen“. Unsere damals dreijährige Tochter kam fast zwei Jahre lang in der Nacht zu uns ins Bett, obwohl sie das bis zur Geburt der Zwillinge nie getan hatte. „Meine Tochter war erst 15 Monate, als die Zwillinge geboren wurden“, erzählt Karin aus Niederösterreich, „ich hatte natürlich kaum noch Zeit für sie, und ihre Reaktion war, die Babys grob zu attackieren, wenn ich sie gestillt habe. Sie hat mir unendlich leid getan, denn es war ja auch keiner da, der sie hätte ablenken können (mein Mann war beruflich für längere Zeit im Ausland) und ich war dauernd mit den Zwillingen beschäftigt. Da habe ich ihr vorgeschlagen, sie soll die Mama hauen, wenn sie unbedingt Dampf ablassen muss, und nach einiger Zeit war dann die ärgste Krise überstanden“.

Versuchen Sie gelassen zu bleiben

GeschwisterliebeIn vielen Familien widmet sich der Vater in der ersten Zeit verstärkt dem erstgeborenen Kind, während sich Mami hauptsächlich um das Baby kümmert. Bei Zwillingen muss aber auch der Papa öfter bei der Betreuung mit „ran“, dadurch fühlt sich ein älterer Bruder oder eine Schwester noch mehr übergangen. Da bleiben Eifersuchtsprobleme natürlich nicht aus, und Sie sollten auf keinen Fall erwarten, dass Ihr älteres Kind Verständnis für Ihre Situation und die Arbeit mit den Zwillingen hat. Eifersüchtige Geschwister (wobei es natürlich auf das Alter ankommt) haben eine sehr feines Gespür dafür, gerade dann besonders viel Aufmerksamkeit fordern, wenn man überhaupt keine Zeit hat, und das kann zu Trotzreaktionen des Kindes oder sogar zu Schwierigkeiten im Verhalten führen.

Eifersüchtige Geschwister stellen auch gerade dann etwas „völlig Unmögliches“ an, wenn sie wissen, dass man es am allerwenigstens jetzt brauchen kann. Es ist in der ohnehin schon stressigen Situation zwar nicht einfach, gelassen zu bleiben, wenn das „große“ Kind das Waschpulver über den Wohnzimmerteppich verstreut, um ihn zu „waschen“, trotzdem: Bestrafen Sie Eifersucht niemals, denn Ihr Kind will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es Angst hat, Sie zu verlieren. Viele Eltern entwickeln Schuldgefühle, wenn Sie sehen, wie ihr erstes Kind leidet, trotzdem sind sie nicht in der Lage, mehr Zeit mit ihm oder ihr zu verbringen.

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Tauziehen um Elternliebe

Wenn Ihr „Einling“ noch nicht in den Kindergarten geht, überlegen Sie sich die Möglichkeit einer Spielgruppe oder einer Tagesmutter zumindest zweimal in der Woche. Natürlich darf sich das Kind dabei nicht abgeschoben fühlen, sondern muss auf die Vorteile dieser Exklusivbeschäftigung aufmerksam gemacht werden, wie etwa :“Hier kannst du mit gleichaltrigen Kindern spielen.“ oder „ Da kannst du einmal ein paar Stunden ohne die Babys verbringen.“ Wenn es gelingt, schon vor der Geburt der Zwillinge, das ältere Kind an andere Bezugspersonen zu gewöhnen, wird es weniger häufig zu Problemen kommen, wenn die Zwillinge einmal geboren sind.

Hier habe noch ein paar weitere Ideen, wie Sie ihrem älteren Sprössling helfen könnten:

  • Lassen Sie Ihr Kind die Geschenke für die Zwillinge auspacken.
  • Wenn Sie die Zwillinge fotografieren, vergessen Sie das ältere Kind nicht. Schauen Sie auch gemeinsam Babyfotos oder Videofilme des ersten Kindes an.
  • Nehmen Sie sich täglich ein bisschen extra Zeit und schaffen Sie Rituale zwischen Ihnen und Ihrem Kind, z.B. : gemeinsames Frühstück oder eine Gute-Nacht-Geschichte
  • Beteiligen Sie Ihr Kind an der Arbeit, die Sie mit den Babys haben oder lassen Sie es im Haushalt „mithelfen“. Wenn das ältere Kind beim Fläschchen geben helfen möchte, loben Sie ihn oder sie und werden Sie nicht ungeduldig. Betonen Sie immer wieder, wie wichtig die Hilfe für Sie ist, aber übertragen Sie dem Kind keinerlei Verantwortung für das, was es tut.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, warum zwei Babys mehr Arbeit verursachen und geben Sie in der Gegenwart des älteren Geschwisterchens ruhig einmal zu, dass Sie manchmal frustriert sind, wenn die Babys schreien. Schieben Sie die Schuld aber nicht auf die Babys, wenn Sie keine Zeit haben, denn das nährt das Eifersuchtsgefühl.
  • Das ältere Kind wird sich vielleicht unterschiedlich zu den Babys hingezogen fühlen. Lassen Sie ihn oder sie zuerst einmal die Beziehung zu einem Baby aufbauen und versuchen Sie erst später einzulenken, wenn es immer nur ein Zwillingsgeschwisterchen bevorzugt oder sogar das andere ablehnt.
  • Weisen Sie Besucher von Anfang an darauf hin, dass sie zuerst das ältere Kind begrüßen, sich mit ihm beschäftigen, bevor sie die Babys bestaunen, und ein kleines Geschenk mitbringen.
  • Wenn die Zwillinge von Passanten bestaunt werden, loben Sie immer die Vorzüge des „großen“ Kindes.
  • Wenn Sie die Zwillinge gern gleich anziehen, kaufen Sie auch manchmal dasselbe Kleidungsstück für das größere Kind, so dass alle drei gleich ausschauen. Das lenkt auch ein wenig von den Zwillingen ab.
  • Organisieren Sie ab und zu ein Sonderprogramm für Ihr erstes Kind. Unternehmen Sie einen Ausflug, besuchen einen Tierpark und lassen Sie die Zwillinge bei Verwandten, notfalls wechseln Sie sich beim Babysitten ab, damit auch die Mama bei den Unternehmungen dabei ist und nicht immer nur der Papa oder die Oma.
  • Eifersucht niemals bestrafen ! Ihr Kind will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es Sie lieb hat und Angst hat, Sie zu verlieren.
Hat es Vorteile, wenn Zwillinge ältere Geschwister haben ? Auf jeden Fall. Gerade bei der Entwicklung und Erziehung von Zwillingen kann es nicht schaden, wenn sie von vornherein an den Umgang mit einem dritten Kind gewöhnt sind, damit sie sich nicht ausschließlich aufeinander fixieren. Durch die Vorbildwirkung des älteren Bruders oder der Schwester werden die Zwillinge früher selbständig, was letztlich Ihnen zugute kommt. Und wenn die Zwillinge einmal streiten, ist zumindest noch ein anderer Spielgefährte da......

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