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Eineiig oder zweieiig - das ist hier die Frage..
2002-09-12, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
ein oder zweieiigEine der ersten Fragen, die den frischgebackenen Zwillingseltern oft gestellt wird: " Sind sie eineiig oder zweieiig"? Ist es überhaupt wichtig zu wissen, ob die beiden Sprösslinge aus einem Ei entstanden sind oder aus zwei ?

Auf jeden Fall ! Immerhin werden Zwillingseltern oft genug danach gefragt, und die eigenen Zwillinge wollen es ja irgendwann auch einmal wissen. Die Diagnose kann aber auch sehr bedeutend für den Verlauf der Schwangerschaft sein: Eineiige Zwillinge müssen zum Beispiel besonders gut überwacht werden, da manchmal Komplikationen (zum Beispiel mit der Nabelschnur ) auftreten können.

Eiigkeit möglichst bald fest stellen lassen

In der modernen Geburtshilfe gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Ein - oder Zweieiigkeit schon in einem möglichst frühen Stadium festzustellen. Ein erfahrener Gynäkologe kann bereits in der Frühschwangerschaft erkennen, ob sich die Zwillinge in zwei getrennten Fruchtblasen entwickeln (dann sind sie fast immer zweieiig) oder ob sie von einer gemeinsamen äußeren Hülle umgeben sind (eineiige Zwillinge). Aber Achtung: diese Untersuchung muss zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, später ist das oft nicht mehr erkennbar.

Der Ultraschall gibt auch Auskunft darüber, ob ein oder zwei Mutterkuchen vorhanden sind. Ab der 15. Schwangerschaftswoche kann der Arzt auch meistens das Geschlecht der Babys erkennen, andernfalls gibt eine Chromosomenanalyse darüber Aufschluss (diese Prozedur wird aber hauptsächlich zur Erkennung von Chromosomenstörungen eingesetzt und hat nur den Nebeneffekt, dass die Eltern das Geschlecht erfahren). Handelt es sich um ein gemischtes Pärchen, liegt der Fall klar auf der Hand, dass sie aus zwei Eizellen entstanden sind.

Wenn aus irgendeinem Grund verabsäumt wurde, die "Eiigkeit" schon während der Schwangerschaft festzustellen, gibt es nach der Geburt die Möglichkeit, die Plazenta und die Anzahl der inneren und äußeren Eihäute zu untersuchen. Manchmal wird bei der Zwillingsgeburt jedoch in der Hitze des Gefechts darauf vergessen, einige Hebammen machen sich auch nur die Mühe, wenn sie ausdrücklich dazu aufgefordert werden - und dazu ist eine Frau, die gerade eine Zwillingsgeburt hinter sich hat, wahrscheinlich kaum imstande. Was jetzt noch bleibt, ist eine genaue Untersuchung der Blutuntergruppen - und -faktoren (der bloße Vergleich der Blutgruppen einschließlich des Rhesusfaktors ist nämlich kein sicheres Zeichen ). Am besten wird gleich das Blut von der Nabelschnur der Neugeborenen dazu genommen, denn später bringt man es sehr schwer übers Herz, den Winzlingen nur für diesen Zweck eine Blutabnahme anzutun.

DNA ZwillingstestEine nahezu hundertprozentige Sicherheit bieten DNA-Tests. Es handelt sich dabei um das gleiche Verfahren wie bei den sogenannten Vaterschaftstests, nur dass in diesem Fall die DNA-Proben der Zwillingsgeschwister miteinander verglichen werden. Dazu genügt es, eine Speichelprobe mittels Wattestäbchen an ein entsprechendes Labor (am besten ein genetisches Labor eines Krankenhauses oder ein gerichtsmedizinisches Institut) zu senden. Die Kosten liegen derzeit bei rund 400 Euro. Ein anderes Verfahren nennt sich Ähnlichkeitsdiagnose: sie wird mit etwa vier Jahren durchgeführt, und dabei werden zahlreiche erblich bedingte Merkmale miteinander verglichen (z.B. Haarfarbe, Muttermale, Tastlinien an den Fingerkuppen) . Sind sie identisch, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Zwillinge eineiig sind.

Ganz gleich - oder doch nicht ?

Eineiige Zwillinge sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich, was aber nicht heißen muss, dass sie sich auch wirklich wie "ein Ei dem anderen" gleichen. Es gibt einige wahrscheinliche Ursachen, warum auch eineiige Zwillinge nicht immer ganz gleich sind. So kann zum Beispiel die Lage der Kinder in der Gebärmutter oder die Versorgung im Mutterleib zu unübersehbaren Unterschieden führen.
In einer englischen Dokumentation wurde berichtet, dass eineiige Zwillinge sogar in der Größe unterschiedlich sein können, weil das Längenwachstum in der Gebärmutter durch ungleiche Nahrungszufuhr beeinflusst werden kann. Auch der Umwelt kommt eine bedeutende Rolle zu, was dazu führt, dass selbst Zwillinge mit exakt dem gleichen Erbgut im Wesen oft recht unterschiedlich sind. Verschiedene Verhaltensmuster oder die Beziehung der Zwillinge zueinander sollen bereits in der Gebärmutter (zum Beispiel durch Nahrungs- oder auch Platzmangel) geprägt werden. Untersuchungen an Zwillingen mittels Ultraschall vor der Geburt haben gezeigt, dass beide Kinder im späteren Leben oft ähnlich miteinander umgehen wie in Mamas Bauch.

Wenn sich die Eizelle ungefähr eine Woche nach der Befruchtung teilt, kann es zu den sogenannten spiegelbildlichen Anlagen kommen. Dabei können bei eineiigen Zwillingen Aussehensmerkmale wie die Richtung der Haarwirbel, Muttermale oder sogar die Anlage zur Rechts-bzw. Linkshändigkeit spiegelverkehrt sein. Obwohl bei eineiigen Zwillingen die Chromosomen, die Träger der Erbanlagen, identisch sind, kann es vorkommen, dass bei einem Zwilling ein Chromosom nicht aktiviert wird, weshalb manche erbbedingte Anlagen oder Krankheiten nicht auf beide Zwillinge zutreffen (z.B. Neurodermitis, Allergien).

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