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Schwangerschaftsbeschwerden: doppelt so schlimm ?
2002-09-15
 
Es gibt Frauen, die in einer "Einlingsschwangerschaft" mehr Probleme haben als eine werdende Zwillingsmutter. Die üblichen Beschwerden während der Schwangerschaft können bei Mehrlingen verstärkt auftreten, da die körperliche Belastung ohne Zweifel größer ist, aber erwarten sollte man das nicht. Die folgenden von mir beschriebenen Symptome sollen Sie nur mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut machen und einige Ratschläge erteilen, wie Sie am besten damit zurechtkommen. Bei starken Beschwerden befragen Sie bitte immer rechtzeitig Ihren Arzt !

Übelkeit

Viele Frauen leiden besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft unter Übelkeit mit oder ohne Erbrechen, die nicht nur morgens sondern auch oft den ganzen Tag über auftreten kann. Einigen werdenden Zwillingsmüttern ist sogar buchstäblich doppelt so schlecht. Das ist eigentlich kein Wunder, denn die Plazenta, in der die meisten Schwangerschaftshormone produziert werden, ist bei einer Zwillingsschwangerschaft größer beziehungsweise zweimal vorhanden, und die hormonelle Umstellung wird daher wesentlich belastender empfunden als bei einer „einfachen“ Schwangerschaft. Aber auch die erhöhte emotionale und körperliche Belastung in einer Zwillingsschwangerschaft kann ein Grund für die verstärkte Übelkeit sein, auch wenn Sie sich noch so sehr ein Baby gewünscht haben.

Wenn übermäßiges Erbrechen häufiger auftritt und sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, kann der Arzt Medikamente, die gegen das ständige Erbrechen wirken und für die Babys unschädlich sind, verordnen. Aber auch eine Ernährungsumstellung und Ruhe können helfen, dieses Unwohlsein unter Kontrolle zu bringen. Frühstücken Sie im Liegen und bleiben Sie danach noch eine halbe Stunde im Bett. Das hilft, den Blutzuckerspiegel gleichmäßig zu halten und wird in den meisten Fällen den rebellischen Magen beruhigen.

Stellen Sie sich schon am Vorabend ein Getränk sowie ein paar Kekse, Zwieback oder Nüsse ans Bett. Wenn die Übelkeit auch tagsüber anhält, halten Sie immer etwas zum Knabbern bereit: z.B. Karotten, Vollkornkekse, frisches Obst. Wenn Sie sehr unter Geruchsempfindlichkeit leiden, meiden Sie Speisesäle oder Kantinen am Arbeitsplatz und kochen Sie keine geruchsintensiven Speisen. Sobald die Hormonumstellung vollzogen ist, werden Sie sich bestimmt viel besser fühlen !

Gefühlsschwankungen

Manche Frauen neigen gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel zu starken Gefühlsschwankungen, was ebenfalls hauptsächlich auf die Hormonumstellung zurückzuführen ist. Diese emotionale Instabilität verschwindet meist, wenn sich der mütterliche Organismus an die neue Situation angepasst hat. Wenn Sie eine Zwillingsschwangerschaft erleben, ist es aber auch verständlich, dass nicht nur Ihr Körper eine enorme Veränderung durchmacht, auch Ihre psychische Verfassung wird zunächst einmal ordentlich aus dem Gleichgewicht gebracht.

Versuchen Sie, sich zu entspannen und gönnen Sie sich ein wenig Ruhe. Wenn Sie schon Kinder haben, organisieren Sie zeitweise einen Babysitter und tun Sie für sich selbst etwas Gutes. Sprechen Sie vor allem mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle oder möglicherweise auch Zukunftsängste. Lassen Sie sich aber trotzdem nicht gehen, indem Sie unentwegt jammern, denn auch werdende Zwillingsväter müssen sich erst langsam an die neue Situation gewöhnen.

Müdigkeit

Als werdender Zwillingsmutter macht Ihnen wahrscheinlich extreme Müdigkeit in den ersten Wochen ganz besonders zu schaffen. Das ist normal, denn Ihr Körper muss gerade in der ersten Zeit der Schwangerschaft eine Menge Arbeit leisten. In den ersten drei Monaten wird das Versorgungssystem für Ihre Babys geschaffen und Ihr Organismus muss sich an viele neue Anforderungen der Schwangerschaft gewöhnen. Kämpfen Sie nicht übertrieben gegen die Müdigkeit an, denn Ihr Körper signalisiert so, dass er mehr Ruhe braucht. Gönnen Sie sich so viel Schlaf und Ruhe wie möglich und verzichten Sie für eine Zeit lang darauf, den Haushalt perfekt zu führen. Wenn Sie berufstätig sind, nehmen Sie sich nach Möglichkeit einige Tage Urlaub und erholen Sie sich. Achten Sie auf gesunde Ernährung, gehen Sie viel an die frische Luft und machen Sie Bewegung - aber mit Maß und Ziel. Nehmen Sie Hilfe von anderen Leuten an. Wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind, genießen Sie Ihre vorerst letzte Chance, sich ausreichend um sich selbst kümmern zu können.

Empfindliche Brüste

In der Schwangerschaft verändern sich die Brüste: sie werden voller aber auch empfindlicher. Der Brustwarzenhof verdunkelt sich und die Brustdrüsen treten deutlich hervor, was durch die Hormone bewirkt wird. Sanftes Eincremen und Massieren gehört auch zu einer guten Vorbereitung auf das Stillen. Da sich der Brustumfang während der Schwangerschaft beträchtlich vergrößert, wird das Tragen eines Schwangerschafts-BH‘s empfohlen, der breite Träger hat, gut sitzt, nicht einschneidet und „mitwächst“.

Atembeschwerden

Wenn Ihnen bereits in der Frühschwangerschaft (ungefähr im zweiten Monat) beim Treppensteigen „die Luft ausgeht“, dann ist das nur vorübergehend und hat seine Ursachen wieder einmal in der Hormonumstellung. In der Spätschwangerschaft hingegen drücken die Babys das Zwerchfell hoch, was zu Atembeschwerden oder sogar Atemnot führen kann. Durch das ansteigende Blutvolumen während der Schwangerschaft wird auch das Herz mehr als gewöhnlich belastet, da die erhöhte Blutmenge durch die Blutgefäße gepumpt werden muss. Dagegen hilft nur „Leisetreten“ : Verschnaufpausen bei anstrengenden Tätigkeiten, langsames Gehen, Überanstrengung jeder Art vermeiden.

Verstärkter Harndrang

Sowohl in der Früh-und Spätschwangerschaft werden Sie einen verstärkten Harndrang verspüren. Die wachsende Gebärmutter und die Größe der Zwillinge führen zum Druck auf die Blase. Fast jede – im Übrigen auch „Normalschwangere“ - kann ein Lied davon singen, wenn sie unterwegs ein „Örtchen“ finden oder in der Nacht mehrmals aufstehen muss. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, den Drang auf die Toilette zu gehen, zu unterdrücken, da eine volle Blase die Gebärmutter so reizen kann, dass Wehen ausgelöst werden.

Verdauungsschwierigkeiten

wie Verstopfung und Blähungen sind in der Schwangerschaft ein bekanntes Übel. Die Darmträgheit wird einerseits durch die hormonelle Umstellung verursacht, andererseits wirkt auch hier der Druck des wachsenden Uterus hemmend auf eine normale Darmtätigkeit. Eine vernünftige ballaststoffreiche Ernährung (z. B. Vollkornprodukte, Weizenkleie mit Joghurt, Rohkost) sowie genügend Bewegung sorgen dafür, dass die Verdauung dennoch regelmäßig funktioniert.

Sodbrennen

Vor allem nach reichhaltigen Speisen klagen gegen Ende der Schwangerschaft viele werdende Zwillingsmütter über Sodbrennen. Das unangenehme Gefühl ist darauf zurückzuführen, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Auch hier ist wieder die wachsende Gebärmutter schuld, da sie den Magen hinauf drückt. Das Sodbrennen ist vor allem im Liegen spürbar, also auch nachts. Durch längeres aufrechtes Hinsetzen können die Beschwerden gemildert werden. Vorbeugend sollten sie in den letzten Schwangerschaftsmonaten keine großen Mahlzeiten zu sich nehmen, sondern lieber mehrere kleine Speisen über den ganzen Tag verteilt essen. Vermeiden Sie stark gewürzte Speisen, fettiges Essen, saures Obst, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke.

Schlafstörungen

sind oft unangenehme Begleiterscheinungen der letzten Schwangerschaftsmonate. Gründe dafür sind die oft heftigen Kindesbewegungen, Rückenschmerzen, Wadenkrämpfe und die zunehmende Unfähigkeit mit dem dicken Bauch zu liegen, geschweige denn sich damit auch noch umzudrehen. Viele werdende Zwillingsmütter stehen jedoch schon zu Beginn der Schwangerschaft unter einer großen seelischen Anspannung, so dass sie während der gesamten Schwangerschaft unter Schlafproblemen leiden. Da aber ausreichender Schlaf sehr wichtig ist, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Trinken Sie nach 16 Uhr keine koffeinhaltigen Getränke mehr
  • Nehmen Sie abends nur leichte Speisen zu sich
  • Unternehmen Sie einen kleinen Abendspaziergang mit Ihrem Partner.
  • Nehmen Sie vor dem Schlafengehen ein warmes Bad (eventuell mit beruhigenden ätherischen Zusätzen)
  • Entspannen Sie sich bei einer Massage oder bei beruhigender Musik
  • Trinken Sie vor dem Zubettgehen ein Glas warme Milch mit Honig, warmen Kräutertee (Melisse, Orangenblüten) oder ab und zu auch einmal ein Gläschen Rotwein
  • Wenn Sie in der Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können, stehen Sie auf, lesen ein Buch oder sehen fern. Meistens kommt der Schlaf dann von selbst.
  • Versuchen Sie, im Bett Entspannungsübungen oder autogenes Training durchzuführen

Wadenkrämpfe

Die Ursachen für die unangenehmen Wadenkrämpfe ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sind nach wie vor nicht genau bekannt. Am schnellsten löst sich der Krampf, wenn Sie das betroffene Bein strecken und dabei den ganzen Fuß nach oben anwinkeln, oder Sie stellen die Füße auf den kalten Boden. Der Arzt verschreibt dagegen ein Calcium-Magnesium-Präparat.

Rücken-oder Kreuzschmerzen

treten in einer Zwillingsschwangerschaft oft verstärkt auf. Sie können sich in jedem Abschnitt der Schwangerschaft bemerkbar machen, besonders aber in den letzten Wochen vor der Entbindung, wenn die Muskeln und Bänder einer sehr starken Belastung ausgesetzt sind. Durch den übergroßen, schweren Bauch neigt man zu falscher Körperhaltung ( die typische Haltung vieler werdender Mütter ist, den Bauch nach vor zu strecken und ein Hohlkreuz zu bilden), was zu einer überanstrengten Rückenmuskulatur führt. Sie können die Rückenschmerzen zumindest verringern, indem Sie Schwangerschaftsgymnastik betreiben und viel schwimmen. Auch das Tragen bequemer, haltgebender Schuhe ist eine gute Vorbeugungsmaßnahme. Sitzen Sie aufrecht auf einem Sessel mit gerader Rückenlehne und schlafen Sie möglichst auf einer harten Matratze.

Wasseransammlungen

im Gewebe stehen in Verbindung mit der normalen Flüssigkeitszunahme des Körpers und sind gerade in einer Zwillingsschwangerschaft keine Seltenheit. Sie verursachen Schwellungen an Füßen und Händen, die vor allem am Abend oder in der warmen Jahreszeit auftreten. Solange Sie sich regelmäßig von Ihrem Arzt oder der Hebamme untersuchen lassen und keine Symptome, die auf eine Gestose hinweisen, festgestellt werden, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Legen Sie die Beine möglichst oft hoch und schlagen Sie sie beim Sitzen nicht übereinander. Überprüfen Sie immer wieder, ob Ihre Ringe noch passen und nehmen Sie sie rechtzeitig ab, da auch die Finger sehr stark anschwellen können.

Krampfadern

Wenn Sie eine Veranlagung zu Krampfadern haben, sollten Sie während der Zwillingsschwangerschaft von Anfang an vorbeugende Maßnahmen treffen, damit sich die Beschwerden in Grenzen halten. Die zunehmende Größe der Gebärmutter behindert den Abfluss des Blutes aus den Beinvenen, deren Wände durch die Hormonumstellung zusätzlich weniger gespannt und fest sind. Zur Vermeidung von Krampfadern sollten Sie so wenig wie möglich stehen und beim Sitzen oder Liegen die Beine erhöht lagern. Der Arzt wird Ihnen eventuell das Tragen von Stützstrümpfen empfehlen.

Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, wenn Sie Probleme mit Hämorrhoiden haben. Er kann geeignete Zäpfchen oder Salben verordnen, die für die Babys unschädlich sind und Ihre Beschwerden erleichtern.

Hautjucken und Schwangerschaftsstreifen

Solange der "Zwillingsbauch" wächst, wird die Haut übermäßig gespannt und reagiert sehr gereizt. Als Folge der trockenen Haut werden viele Schwangere von lästigem Hautjucken geplagt. Versuchen Sie nicht zu kratzen, und wenn nur ganz sanft. Cremen oder Hautöle(z.B. Jojobaöl) helfen, den Juckreiz zu lindern. Vorsicht bei der Anwendung von Weizenkeimöl: wenn es nicht kühl genug gelagert ist, wird es leicht ranzig und verursacht dann starke Hautrötungen oder sogar Ekzeme.

Unter dem Einfluss der hormonellen Umstellung kann es an den stark strapazierten Hautpartien der Brust, des Bauches aber auch an Hüften und Oberschenkeln zu den gefürchteten Schwangerschaftsstreifen ( „Striae“) kommen. Sie zeigen sich zunächst als bläulich-rote Risse, die sich nach der Entbindung zwar zurückbilden, aber weiterhin als weißliche, narbenähnliche Gebilde erkennbar sind. Es ist nach wie vor ungeklärt, warum manche Frauen trotz gewaltiger Überdehnung ihrer Bauchhaut (wie bei einer Zwillingsschwangerschaft ) nicht einmal andeutungsweise Streifen bekommen, andere dagegen schon bei geringer Belastung unter massiver Streifenbildung leiden. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich dabei die Beschaffenheit des Bindegewebes, was jedoch Sache der Veranlagung und daher kaum beeinflussbar ist.

Sie sollten aber auf jeden Fall versuchen, alles zu unternehmen, um der Bildung der Dehnungsstreifen entgegenzuwirken, und zwar möglichst von Anfang an, wenn die Haut noch nicht sehr stark beansprucht ist. Massieren Sie täglich mindestens zweimal die besonders bedrohten Hautpartien sanft und ausgiebig mit Spezialpräparaten, indem Sie die Haut Stück für Stück mit Daumen und Zeigefinger anheben, kneten und anschließend schnell wieder loslassen („Zupfmassage“).

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