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Was ist eine Risikoschwangerschaft ?
2002-09-15
 
Natürlich kann eine Zwillingsschwangerschaft auch ähnlich einer Einzelschwangerschaft ablaufen und ist oft nicht mit mehr Beschwerden oder Komplikationen verbunden, außer dass Sie Ihr Bauch wahrscheinlich spätestens ab der 30. Woche explodieren wird und Sie ein paar Kilo mehr mit sich herumtragen als eine Schwangere mit nur einem Kind. Bis dahin verlaufen Wachstum und Entwicklung der Kinder nämlich nicht viel anders als bei Einlingen.

Da aber zwei oder mehr Kinder gleichzeitig in Ihrem Bauch heranwachsen, bringt die Schwangerschaft eine erhöhte Risikobereitschaft für verschiedene Symptome mit sich. Das soll Sie auf gar keinen Fall beunruhigen, nur sollte gerade eine werdende Zwillingsmutter auch schwache Signale Ihres Körpers während der Schwangerschaft zu registrieren und Ihren Arzt über jede Auffälligkeit zu informieren. Bei gesunder Lebensführung und regelmäßigen Arztkontrollen kann mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten in den meisten Fällen sehr rasch und erfolgreich geholfen werden, sollten doch einmal Probleme auftauchen.

Wachstumsprobleme: Bei Zwillingen, Drillingen oder andere Mehrlingen kommt es häufiger als bei „Einzelkindern“ zu Wachstumsproblemen in der Gebärmutter, besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft. Hauptgrund dafür ist, dass die Versorgung durch die Plazenta oft nicht mehr optimal funktioniert (Plazentainsuffizienz) oder der näher zur Plazenta liegende Zwilling dem anderen etwas „wegisst“, was zu beträchtlichen Gewichtsunterschieden führen kann. Wenn ein Fetus oder auch mehrere sich nicht so gut entwickeln, kann eine intensive Kontrolle und Überwachung im Krankenhaus notwendig werden. Mit Hilfe von Ultraschall und anderen Diagnosemethoden kann der Gesundheitszustand der Babys aber während der gesamten Schwangerschaft überprüft werden. Wenn sich herausstellt, dass es für die Babys zu riskant wird, in der Gebärmutter zu bleiben, wird die Geburt eingeleitet, sobald die Feten reife Lungen haben.

Zu früh geboren: Zu den größten Risiken einer Zwillingsschwangerschaft gehört die erhöhte Gefahr der Frühgeburtlichkeit. Sie wird am häufigsten verursacht durch die sogenannte Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz). Ein geschwächter Muttermund öffnet sich zu früh unter dem Druck der wachsenden Babys und kann unter Umständen eine Fehlgeburt auslösen. Bei jeder Untersuchung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird daher überprüft, ob der Muttermund noch fest verschlossen ist.

Vorzeitiger Wehenbeginn: Ein anderer Grund für eine mögliche Frühgeburt ist der vorzeitige Blasensprung. Das bedeutet, dass die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser austritt, noch bevor die Wehen eingesetzt haben. Um Kontraktionen der Gebärmutter oder eine Infektion möglichst früh zu erkennen, sollten Sie zur Beobachtung sofort in ein Krankenhaus gebracht werden. Wenn die Wehen nach einem verfrühten Blasensprung einsetzen, obwohl beide Feten noch zu unreif für die Geburt sind, können Medikamente verabreicht werden, um die Kontraktionen zu stoppen. Die Behandlung wird dann solange fortgesetzt – vorausgesetzt Mutter und Kinder befinden sich in einem guten Zustand – bis die Babys reif genug für ein Leben außerhalb der Gebärmutter sind.
Meistens wird versucht, die Geburt unter genauer Kontrolle des mütterlichen und kindlichen Zustandes einige Tage bis Wochen hinauszuzögern und dann erst einzuleiten. Bei guter medizinischer Betreuung haben auch frühgeborene Kinder heutzutage schon sehr gute Überlebenschancen.

Unerklärliche Gestose: Bei etwa 10-15 Prozent aller Mehrlingsschwangerschaften tritt meistens im letzten Schwangerschaftsdrittel eine Schwangerschaftsvergiftung ( Gestose ) auf. Der Stoffwechsel ist den besonderen Belastungen in der Schwangerschaft nicht gewachsen und „entgleist“. Der wässrige Anteil des Blutes gelangt in das Gewebe, wodurch die Blutmenge geringer und seine Konsistenz dicker wird. Die Nieren versuchen das auszugleichen, der Blutdruck steigt. Es gibt noch keine eindeutigen Beweise, wodurch dieser Zustand verursacht wird oder warum er sich meistens bei Erstgebärenden entwickelt.

Die drei Hauptsymptome sind Schwellungen an Händen, Beinen und im Gesicht verbunden mit plötzlicher Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung im Körper, Bluthochdruck (140/90) sowie Eiweiß im Urin. Wenn Sie stechende Schmerzen im Bauch oder unerklärlich lange anhaltende Kopfschmerzen verbunden mit Sehstörungen verspüren, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Unbehandelt können sich diese Symptome schnell zu einem bedrohlichen Zustand entwickeln, der durch epilepsieähnliche Krämpfe oder sogar Bewusstlosigkeit charakterisiert ist. Das sogenannte HELLP-Syndrom ist eine schwerwiegende Sonderform der Gestose. Glücklicherweise verlaufen aber die meisten Gestosen recht harmlos, und wenn Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen, können unnötige Komplikationen vermieden werden. Die Behandlung variiert je nach Schweregrad der Krankheit . Der Zustand von Mutter und Kindern wird strikt im Krankenhaus überwacht, gegebenenfalls wird die Geburt früher eingeleitet, wenn die Kinder lebensfähig sind. Verschlechtert sich der Zustand von Mutter und/oder Kindern kann eine sofortige Entbindung selbst bei nicht gegebener Lebensfähigkeit eines oder beider Kinder notwendig werden.

Eisenmangel: Die Schwangerschaftsanämie wird durch einen Mangel an roten Blutkörperchen verursacht und kommt bei Zwillingsschwangerschaften häufiger vor als bei Einlingsschwangerschaften. Aufgrund des wachsenden mütterlichen Blutvolumens und der sich entwickelnden Babys entsteht etwa ab der 20. Woche ein erhöhter Eisenbedarf. Ist der Eisenmangel sehr groß, treten bei der Mutter Symptome wie Blässe, übermäßige Müdigkeit und Schwächeanfälle auf. Ihr Arzt wird Ihnen dagegen Eisenpräparate verschreiben.

Fetofetales Transfusionssyndrom: Bei etwa 5 Prozent aller Mehrlingsschwangerschaften steigt die Fruchtwassermenge derart an (Hydramnion), dass es für die Mutter unangenehm ist und dem untersuchenden Arzt das Abtasten des Fetus erschwert. Das Absaugen einer kleinen Fruchtwassermenge kann etwas Abhilfe schaffen, allerdings steigt dadurch die Gefahr einer Fehlgeburt. Das eigentliche Risiko der erhöhten Fruchtwassermenge liegt darin, dass es mit Komplikationen, wie z. B. Missbildungen oder dem sogenannten „fetofetalen Transfusionssyndrom“, in Zusammenhang gebracht werden kann. In diesem Fall müssen weitere Untersuchungen zur Klärung der Ursache gemacht werden.

Beim fetofetalen Transfusionssyndrom handelt es sich um eine sehr seltene, aber gefährliche Komplikation, die bei 15 % aller eineiigen Zwillingen auftreten kann, wenn sie von einer gemeinsamen äußeren Membran (Chorion) umgeben sind (siehe auch Wissenswertes über Zwillinge) . Man spricht von einem Transfusionsyndrom, weil es zu Gefäßverbindungen innerhalb der Plazenta kommt, wobei das Blut ständig zwischen den Babys hin und herfließt. Durch die ungleichmäßige Blutzufuhr erhält ein Kind immer zuwenig Blut, was zu Wachstumsstörungen, Anämie oder in Extremfällen sogar zum Absterben des unterversorgten Zwillings führen kann. Wenn einem Kind immer zuviel Blut zufließt, ist es zwar größer, hat aber mitunter Herzprobleme und produziert mehr Fruchtwasser.

Durch sorgfältige Ultraschalluntersuchungen können Symptome des fetofetalen Transfusionssyndroms heute rechtzeitig erkannt werden, vorausgesetzt dass die Schwangerschaft bei der Diagnose von eineiigen Zwillingen intensiv überwacht wird. Auch hier zeigt sich wie wichtig es sein kann, in einer Zwillingsschwangerschaft einen Spezialisten oder zumindest einen erfahrenen Arzt aufzusuchen, der Eineiigkeit beziehungsweise Zweieiigkeit schon in der Frühschwangerschaft feststellt. Die Behandlung erfolgt während der Schwangerschaft entweder durch Absaugen des Fruchtwassers in Abständen von etwa einer Woche oder in Form einer Lasertherapie, wobei man die Verbindungsgefäße durchtrennt.

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