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Wie wichtig sind vorgeburtliche Untersuchungen?
2002-11-28, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
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Zwillinge im UltraschallBei Zwillingen muss das Wohlbefinden und das Wachstum der einzelnen Kinder besonders genau kontrolliert werden, da es im Verlauf der Schwangerschaft eventuell zu Versorgungsproblemen oder Wachstumsverzögerungen kommen kann. Mittlerweile ist man generell davon abgegangen, eine vorgeburtliche Untersuchung nur dann zu empfehlen, wenn eine Frau über 35 Ist. Auch jüngere Frauen tragen ein kleines Risiko genetischer Fehlbildungen beim Kind in sich. Am bekanntesten ist dem Laien das Down-Syndrom. Obwohl beobachtet wurde, dass diese Chromosomenstörung bei Zwillingen nicht häufiger vorkommt als bei Einlingsschwangerschaften, wird nun schon an einigen Kliniken und von vielen Ärzten die spezielle Methode der Nackenfaltenmessung angeboten.
Es handelt sich dabei um ein Ultraschallverfahren, das schon in der Frühschwangerschaft das Risiko von Chromosomenstörungen aber auch Herzfehler feststellen kann. Die Untersuchung muss allerdings zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche stattfinden.

Mehr und mehr setzt sich auch der Combined Test durch. Bei diesem vorgeburtlichen Untersuchungsverfahren werden zwei bewährte Methoden miteinander kombiniert: zuerst wird die Nackendicke gemessen, in der gleichen Untersuchung wird aber auch das Blut der Mutter untersucht und die Konzentration bestimmter Hormone analysiert. Der Vorteil: die Treffsicherheit zur Bestimmung von Chromosomenfehlern liegt mit 97 Prozent noch um einiges höher als bei der Nackendickemessung allein. (wenn auch bei Zwillingen die Hormonwerte prinzipiell etwas anders aussehen als bei einer Einlingsschwangerschaft, wodurch wiederum mehr Augenmerk auf die Nackendicke gelegt werden sollte, Anm. der Red.)

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Bei Verdacht auf eine Störung ermöglicht eine anschließende Fruchtwasserpunktion oder eine Chorionzottenbiopsie (Untersuchung von Plazentazellen) hundertprozentige Sicherheit. Das bedeutet aber auch, dass durch die Möglichkeit der Nackendickemessung beziehungsweise des Combined Test sehr viele Fruchtwasseruntersuchungen (besonders bei Frauen über 35 Jahre) vermieden werden können.

dreidimensionaler UltraschallZu den gängigsten Verfahren gehören diverse Ultraschalluntersuchungen. Seit Ende 2000 wird in einigen österreichischen Spitälern der sogenannte 4D Ultraschall eingesetzt, ein hochmodernes Verfahren, das nicht nur exaktere Untersuchungsergebnisse liefert, es können auch erstmals die Bewegungen des heranwachsenden Babys mitverfolgt werden. Weitere Methoden sind aber auch Blutanalysen, die bei Zwillingen jedoch kein eindeutiges Ergebnis liefern oder spezielle Eingriffe zur Diagnose von Chromosomenstörungen (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie).

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