Zwillinge
Home
INTERAKTIV Babygalerie Flohmarkt Forum
INFORMATIV
Schwangerschaft
Geburt
Alltag mit Zwillingen
Reisen und Freizeit
Zwillinge Spezial
Zwillinge von A-Z
Links
Webfamilie.at

Zwillinge Kontakt Kontakt
Zwillinge weiterempfehlen Weiterempfehlen

Derzeit 4 User online.

 

 

Zwillinge: Eine Laune der Natur ?
2002-09-12, von Sigrun Rux
 Sigrun Rux
Info zum Autor 
Wir wissen zwar heute, dass es eineiige und zweieiige Zwillinge gibt, aber wo genau ist der Unterschied ? Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich die Eizelle teilt, nachdem sie befruchtet wurde. Man nennt sie daher auch monozygot (aus einer Eizelle entstanden). Es bilden sich sozusagen zwei Hälften, mit haargenau dem gleichen Erbgut, deshalb sehen sich eineiige Zwillinge ja auch zum Verwechseln ähnlich. Aber nicht nur äußerliche Merkmale wie etwa gleiche Haar- und Augenfarbe, Körpergröße, Gebiss und Muttermale sind deutliche Hinweise auf eineiige Zwillinge - da die Erbanlagen identisch sind, müssen Blutgruppen (auch die Untergruppen), Rhesusfaktor sowie alle genetisch bedingten Faktoren übereinstimmen. Eineiige Zwillinge haben daher auch immer das gleiche Geschlecht.

Wie entstehen eineiige Zwillinge

Bei eineiigen Zwillingen wird zusätzlich aufgrund ihrer Entwicklungsform eine Unterscheidung gemacht. Das ist weniger für die werdenden Zwillingseltern als für den behandelnden Arzt von Bedeutung: Denn der Zeitpunkt der Teilung der befruchteten Eizelle (Zygote) bestimmt unter Umständen, ob ein Risiko in der Schwangerschaft besteht oder nicht.

Die Zygote teilt sich nach 24 Stunden zum ersten Mal. Erfolgt die Trennung in diesem Zwei-Zellstadium, entwickeln sich die Zwillinge in jeweils einer eigenen Fruchtblase (Amnion) und mit je einer eigener Plazenta, wobei auch manchmal beide Mutterkuchen zu einer gemeinsamen großen Plazenta zusammenwachsen können. Dieser frühe Teilungszeitpunkt ereignet sich allerdings selten.

Kommt es zwischen dem dritten und achten Entwicklungstag zur Spaltung, hat sich die Eizelle bereits mehrmals geteilt und ist bereit, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. In diesem Fall entstehen eineiige Zwillinge, die mit nur einer Plazenta heranwachsen, jedoch mit einer gemeinsamen äußeren Eihaut und zwei getrennten inneren Eihäuten. Diese Art der Zellteilung kommt am häufigsten vor.

Manche Zwillinge entstehen aber noch später, wenn sich die befruchtete Eizelle bereits in der Gebärmutter eingenistet hat (8.-10. Tag). Sie entwickeln sich dann in einer gemeinsamen Fruchtblase mit einer Plazenta. Die Entwicklung dieser besonderen Art von eineiigen Zwillingen muss besonders aufmerksam verfolgt werden, da es leicht zu Komplikationen kommen kann. Zur Beruhigung: Die Häufigkeit liegt bei weniger als 1%.

Wenn die Teilung der befruchteten Eizelle erst zu einem sehr späten Zeitpunkt erfolgt, also etwa 14 bis 15 Tage nach der Befruchtung, ist das Ergebnis eine unvollständige Teilung der Keimzelle. Die Embryos bleiben miteinander verbunden und haben unter Umständen gemeinsame Organanlagen (Siamesische Zwillinge). Diese Entwicklung kommt aber ausgesprochen selten vor : Ungefähr eine von 900 Zwillingsgeburten. Heute können jedoch auch die meisten Siamesische Zwillinge erfolgreich durch eine Operation getrennt werden.

Wie entstehen zweieiige Zwillinge ?

Bei der Entstehung von zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen gleichzeitig oder hintereinander von jeweils zwei Samenzellen befruchtet. Man bezeichnet sie auch als dizygot b(aus zwei Eizellen entstanden). Jeder Embryo wächst in seiner eigenen Fruchtblase mit eigener Plazenta heran. Ungefähr in der Hälfte aller Fälle, wenn sich beide befruchteten Eizellen sehr nahe nebeneinander in der Gebärmutter einnisten, liegen beide Mutterkuchen so nahe beisammen, dass sie zusammenwachsen.
Interessantes Detail am Rande: zweieiige Zwillinge müssen nicht unbedingt zur gleichen Zeit empfangen werden: es können einige Stunden oder sogar Tage dazwischen liegen, da eine Frau auch über mehrere Tage fruchtbar sein kann. Zwillinge, die aus zwei befruchteten Eizellen entstehen, können gleichgeschlechtlich oder unterschiedlichen Geschlechts sein. Sie teilen sich im Durchschnitt die Hälfte des Erbguts, manchmal ist es mehr, manchmal weniger. Das erklärt, warum manche Zwillinge einander sehr ähnlich sind, während sich andere zueinander verhalten wie Tag und Nacht. Diese Art von Zwillingen kommt übrigens viel häufiger vor als die "echten" Zwillinge: zwei Drittel aller Zwillinge sind zweieiig, davon wiederum sind die Hälfte gleichgeschlechtlich, und die Hälfte gemischte Pärchen.

Ein oder zwei Mutterkuchen

Wenn nur eine Plazenta vorhanden ist, heißt das nicht unbedingt, wie manche voreilig vermuten, dass es sich um eineiige Zwillinge handelt, denn auch bei zweieiigen Zwillingen können beide Mutterkuchen zu einem zusammenwachsen. Ebenso wenig lässt die Feststellung von zwei Plazenten aber auch den Schluss zu, dass zweieiige Zwillinge unterwegs sind, da auch bei eineiigen Zwillingen abhängig vom Teilungszeitpunkt zwei Mutterkuchen entstehen können (Lesen Sie auch "Eineiig oder zweieiig...") .

Um die Verwirrung komplett zu machen, sprechen manche Zwillingsforscher noch von einer dritten Art von Zwillingen, man nennt sie auch Polkörperchen-Zwillinge. Ganz vereinfacht gesagt teilt sich dabei die Eizelle schon vor der Befruchtung und die dabei entstehenden Polkörperchen, die normalerweise verlorengehen, bleiben befruchtungsfähig. Sie sind mit der "Schwester-Eizelle" genetisch ident und können von zwei verschiedenen Spermien befruchtet werden. In diesem Fall ist das Erbgut der Mutter für die Zwillinge gleich (zwei Eizellen mit demselben Erbgut), die väterlichen Gene können jedoch verschieden sein. Da die männliche Samenzelle das Geschlecht der Kinder bestimmt, könnten die Zwillinge auch verschiedenes Geschlecht haben. Dieser Typ von Zwillingen wird generell bei Säugetieren beobachtet.Trifft dieses Phänomen beim Menschen zu, kann man davon ausgehen, dass sie sich wie zweieiige Zwillinge entwickeln, die Ähnlichkeit zu einander ist jedoch stärker ausgeprägt.

Drillinge und Vierlinge

Hier ist eine Kombination von Ein-und Mehreiigkeit möglich. Entweder werden mehrere Eizellen gleichzeitig befruchtet und nisten sich in der Gebärmutter ein, oder eine Zygote teilt sich zusätzlich nach der Befruchtung. So können Drillinge z.B. dreieiig, aber auch eineiig und zweieiig sein.

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

 

© 2002-2003 by Zwillinge.at

Artikel
Zwillinge: Eine Laune der Natur ?
Eineiig oder zweieiig - das ist hier die Frage..
Welche Frauen bekommen Zwillinge ?
Hallo da sind wir !
Unterschiedliche Häufigkeit von Zwillingen


Werbung

auch von diesem/r Autor/in
Eineiig - oder doch nicht ?
Ein unzertrennliches Pärchen ?
Muss man Zwillinge anders erziehen ?

druckfreundliche Version

Artikelbewertung
Aktuelle Note: 2.8

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

sehr gut
gut
es geht
nicht schlecht
gefällt mir nicht